Brokate/ Damaststoffe
Logo Almerlin Historische Textilien
Neuigkeiten
exklusive Stoffe
Gut zu wissen
Mittelalter/ Renaissance
Wollbrokat
Gobelinstoff
Brokate/ Damaststoffe
Barock-Historismus
Polsterstoffe
Brokate/ Damaststoffe
Jugendstil/ Art Nouveau
Sonstige/ Seide
Wandteppiche/
Kissen
Historische Einrichtung
REENACTMENT
Besondere Angebote
Kontakt/Bestellung
Links
Referenzen
Verein Nobiles
Osnabrugensis
Almerlin-Wissenswertes historische Stoffmuster

Ursprung, Herkunft, zeitlicher Rahmen der Wollbrokate

Ganz typisch für die späte Renaissance haben wir hier zahlreiche, stark stilisierte Blüten ohne Blätter, verbunden durch ein zierliches Rankenwerk aus geschwungenen Arabesken. Die Art des Musters läßt die persischen Anregungen erkennen - man fühlt sich an die wunderschönen Teppichmuster erinnert. Im 17. Jahrhundert hatte die persische Weberei den Blütenstil perfektioniert und die italienische Weberei übernahm manche Elemente.
Durch den Chenille-Hintergrund wirkt das Muster besonders weich. Ein sehr aufwändig hergestellter Stoff, durchwoben mit 10% goldenen und silbernen Metallfäden.

Hier haben wir ein eher folkloristisch anmutendes Muster aus aufsteigenden stilisierten Blüten, das ebenfalls auf persisch-orientalische Einflüsse zurück zu führen ist. Im Gegensatz zum späteren Barock sind Blüten und Ranken sehr filigran ausgeführt, stark stilisiert und abgegrenzt zum Untergrund.

RN 8085 Renaissancebrokat "Akanthusranken"
Einweiteres Beispiel für die Anfang des 17. Jahrhunderts so beliebten unsymmetrischen Streumuster, das hier aus mehrfarbigen Akanthusblättern besteht.
Das große Ornament erinnert wieder stark an die Teppichwirkerei des Orients. Dieses Muster könnte auch in Spanien entstanden sein.

RN 2700/2798 Renaissance/ Frühbarockbrokat "Rankende Blüten klein"
Das sind zwei schöne Beispiele für Stoffe aus der Spätrenaissance an der Schwelle zum Barock. Die Blüten sind noch stark stilisiert aber das Muster wird üppiger und bedeckt den Untergrund weitaus mehr als die filigranen Muster des 16. Jahrhunderts. Es hebt sich noch stark vom Untergrund ab und ist ohne jede Schattierung, wirkt also absolut flächig und nicht plastisch.
Weitere solche Übergangsmuster finden Sie HIER .

Das Original findet sich als Abb.248 /Tafel 76 in Otto von Falkes Werk als Bestandteil des Kunstgewerbemuseums Berlin. Es stammt aus Byzanz und entstand Ende des 11.Jh.. In den steigenden Greifenpaaren kündigen sich schon die leichter bewegten Tiermuster des 12.Jh. an, das Rankenwerk ähnelt schon einer Arabeske. Islamische Herkunft wird durch die deutlich erkennbaren Kreuze in den Zwickeln ausgeschlossen. Für die Wellenranke in den Kreisbändern gibt es eine Analogie in der Chrysostomushandschrift des Kaisers Nikephoros Botaniates (1078-1081), was die zeitliche Einordnung so genau ermöglicht.
Leider kann ich nicht sagen, ob das Original heute noch existiert oder im 2.WK verschollen ist.
H i e r wurde der Stoff als Gewand verarbeitet.
Sonderfarbe: Dieses in meinen Augen einfach notwendige "königliche" Purpur/ Weinrot habe ich extra färben lassen. Das ist bei so kleinen Mengen natürlich sehr aufwändig. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen!!! Ein unvergleichlich warmer Farbton. Die Bilder sprechen für sich. Keine Mindestabnahme!

Greif (gryphus)

Stammt aus der Antike, Ursprung wahrscheinlich Indien - Mischwesen mit Adlerschnabel, Krallenfüßen, Flügeln und Löwenkörper (ursprünglich Stierkörper). 1 Beliebtes altpersisches Motiv, bei den Sassaniden (260 - 650) Symbol königlicher Macht - dieses Motiv wurde nicht von der byzantinischen Weberei übernommen 4, stammt im europäischen Raum aus dem islamisch beherrschten Sizilien (islam. Herrschaft ab 650 in Persien, ab ca. 700 auf Sizilien)
Inv.Nr.84,279/38 (um 1100,Irak)

Medaillonstoffe

Altpersisches Motiv, diese strenge Aufteilung in Medaillons mit paarigen Tieren, getrennt durch den Lebensbaum hielt sich in der Weberei bis zum Ende des 13. Jahrhunderts, dann erst fand ein allmählicher Übergang zum Spitzoval statt. Sie wurde von der byzantinischen, sizilianischen und später spanischen Seidenweberei übernommen.
Inv.Nr.87,747/18 (7.-8.Jhd.Ägypten oder Syrien); Inv.Nr.84/281/64 (12.Jhd.,Spanien - Aufteilung Medaillons / Kreise / 8Eck-Stern im Zwickel entspricht unserem Stoff)), Inv.Nr.84,299/84 (13.Jhd,Spanien - Medaillonrahmen wie unserer) Inv.Nr.82,1172(2.Hälfte 11.Jhd.,Byzanz - mit Ranken gefüllter Medaillonrahmen)
Greifenmedaillon : vermutlich sizilianisch, 11. / 12. Jahrhundert

Von 1300 an sind chinesische Stoffe in Europas Kirchenschätzen vertreten, davor ist kein Stück in Europa nachweisbar. Sie begannen, die (Seiden-) Weberei stark zu beeinflussen. Italiener bezogen über genuesische und venezianische Kaufleute Seide aus den Nordwestprovinzen Persiens und mit ihnen chinesische Stoffe und ihre persischen Nachahmungen. Den chinesischen Drachen haben sie wegen seiner unmässig verdrehten und verzerrten Formen nicht übernommen. Bei unserem Motiv handelt es sich um ein Fabeltier mit Vogelkopf und Flügeln und dem Unterkörper einer Raubkatze. Zwischen den Drachen finden sich europäisch interpretierte Lotosblüten.
Laut Weberei handelt es sich beim Original um einen venezianischen Brokat des 15.Jh..
H i e r wurde der Stoff als Gewand verarbeitet.

Chinesische Vorbilder

Durch die Kreuzfahrerstaaten konnten die Italiener im 12. Jhd. im gesamten Mittelmeerraum Hafenstützpunkte errichten, nach 1261 errichteten die Genueser Handelsniederlassungen und Kolonien an den Küsten des Schwarzen Meeres und öffneten damit das direkte Tor nach China. (Marco Polo bereist bis 1295 Asien). Dadurch gelangten chinesische Seidenbrokate in die Webereien von Lucca und Venedig und beeinflussten deren Stil nachhaltig. Diese neuen Musterungen setzten die italienischen Seidenwebereien im 14. Jhd. an die Spitze Europas - vor die die Spanischen.

Die gegenständigen Sphinxen, das sind menschenköpfige Flügellöwen, tauchen erstmals in der assyrischen Kunst auf, von wo sie von der hellenistischen, dann von der persischen und später von der islamischen Kunst übernommen werden. Ein sehr schönes Beispiel ist der Spinxenstoff von Vich im spanisch - islamischen Katalonien aus dem 12.Jh., bei Otto von Falke Abb.189. Ich habe einen ähnlichen Stoff einer Danziger Kasel, der um 1430 gewebt wurde, gefunden, siehe Original. Anfang des 15. Jahrhunderts wurden noch Tierstoffe, wahrscheinlich in Venedig, gewebt - erst gegen Mitte des Jahrhunderts verschwanden sie.

Fabelwesen

Abegg,Tafel 28 (14.Jhd.,Italien-menschgesichtige, geflügelte Hirsche)
Fabelwesen : sphinxartige Wesen mit bekröntem Menschenkopf, Flügeln und Löwenkörper (Sphinx stammt aus der antiken Mythologie s. Ägypten); zwischen ihnen ein Lebensbaum, Anfang bis Mitte 14. Jhd. in der Übergangszeit vom Medaillon zum Spitzoval

Das Original findet sich als Abb.386 in Otto von Falkes Werk als Bestandteil des Kunstgewerbemuseums Berlin. Es stammt aus einer italienischen Weberei (wahrscheinlich Venedig) und entstand im 1.Viertel des 14.Jh..Charakteristisch für die Seidenbrokate dieser Weberei ist ein dunkel - einfarbiger atlasbindiger Grund und ein Muster vorwiegend in Gold, ergänzt mit einem hellen zartfarbigem Figurschuss. Hier besteht das Muster aus versetzt angeordneten steigenden und fliegenden Vögeln zwischen Pflanzenranken - Brokate der gleichen Weberei finden sich auf einer Kasel in Köln (siehe nächstes Muster)und einer Dalmatik in Halberstadt.
Sie ähneln sehr stark chinesischen Brokaten wie dem Stralsunder Pfauenstoff, die ihren Weg nach Europa gefunden hatten und die Seidenweberei stark beeinflussten. China ist zweifellos das Ursprungsland der unpaarigen, unsymmetrischen und heftig bewegten Tiermuster.

Fonghoang

Reiherartiger chinesischer Vogel.
Der Fonghoang, als das chinesische Symbol der Kaiserin das weibliche Gegenstück des Drachen, wurde im 14. Jh. in Italien und Persien eines der gangbarsten Textilmotive. Während ihn die ostasiatische Kunst von seiner Naturform, dem in China heimischen Goldfasan, durch fortgesetzte Stilisierung weiter und weiter entfernt hatte, führte ihn die Gotik allmählich wieder auf natürliche Vogeltypen zurück, so dass oft nur noch gewisse chinesische Bewegungen oder flatternde Federn die asiatische Herkunft verraten.
Inv.Nr.K6125/118 und 62,90/120 (Mitte 14.Jhd.,Italien - 62,90/120 entspricht nahezu unserem Stoff; war die Vorlage)
Fonghoang : venezianisch Anfang des 14. Jahrhunderts

Das Original findet sich als Abb.387 in Otto von Falkes Werk als eine Kasel des Kunstgewerbemuseums Köln. Es stammt aus der gleichen Weberei wie "Fonghoang" und entstand im 1.Viertel des 14.Jh..
Hier besteht das Muster aus versetzt angeordneten Vögeln und Basilisken zwischen wellenartig ansteigenden Pflanzenranken. Dieses Muster zeigt schon eine sehr schöne Ausprägung des gotischen Trecento - Stils. Die Erinnerung an die verdrehten chinesischen Drachen (deren Darstellung von den italienischen Webern weitestgehend vermieden wurde) Hier besteht das Muster aus versetzt angeordneten steigenden und fliegenden Vögeln zwischen Pflanzenranken zeigt sich nur noch in dem geknoteten Schwanz des Basilisken, an die Fonghoangs in dem flatternden Vogelschwanz. Die Pflanzenranken und Lotosblüten sind schon sehr schön "gotisiert".
Sonderfarbe: Dieses in meinen Augen einfach notwendige "königliche" Purpur/ Weinrot habe ich extra färben lassen. Das ist bei so kleinen Mengen natürlich sehr aufwändig. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen!!! Ein unvergleichlich warmer Farbton. Die Bilder sprechen für sich. Keine Mindestabnahme!

Hier ein schönes Beispiel für die in der italienischen Weberei Anfang des 17. Jahrhunderts so beliebten kleinen Streumuster (siehe Original). Auffällig sind die "kleinen dicken" Formen, ganz im Gegensatz zu den filigranen Formen, die man sonst aus der Renaissance kennt. Diese Stoffe bestanden so wie dieser aus einem (glatten) Hintergrund und einem schattierten Muster aus Samtflor. Es handelt sich hier um ein sehr aufwändiges Webverfahren mit dem im 17. Jahrhundert entwickelten neuartigen Chenillezwirn.

WT 6165 "Akanthusblatt" ca.1620-1700
Hier zwei sehr schöne Muster an der Schwelle von der Renaissance zum Barockstil. Man kann noch sehr schön die ähnlichkeit mit den im 15. und 16. Jahrhundert so beliebten Granatapfelmustern erkennen - große Gebinde in Rauten oder Spitzovalen angeordnet. Da in Mittelalter und Renaissance die italienische Weberei "Trendsetter" war, würde ich es als italienische Barockstoffe ansehen, der typisch französische Stil ist hier nicht erkennbar.
Für leichte bis mittlere Polsterarbeiten und als Wanddekoration geeignet.

Ein wunderschönes Muster frühen Barockzeit - zierliche Vögel und kleine Schmetterlinge umgeben von großen stilisierten Blüten und Ranken. Im Gegensatz zur Renaissance werden die Darstellungen naturalistischer und viel üppiger und heben sich nicht mehr klar umrissen vom Untergrund ab (vor allem beim hellen Untergrund). Trotzdem wirken die Blüten nicht plump, sondern plastisch und lebendig.
Ein sehr exquisiter Polstertsoff, dessen Muster durch den hohen Anteil feinster Metallfäden edel schimmert, unmöglich, die tatsächliche Schönheit in Bildern wiederzugeben!

Ein weiteres interessantes Muster des frühen Barockzeit - die symmetrisch in Rauten angeordneten Motive, sowie die noch stilisierten Blüten verraten die Renaissance, die naturalistischen großen Blätter und die Fülle des Musters den beginnenden Barock. Ich würde das als ein italieneisches Muster ansehen, da keinerlei französischer Stil erkennbar ist.

Hier ein Muster der frühen Barockzeit - die stilisierten Blumen der Renaissance werden zunehmend naturalistischer und durch mehrere Farbabstufungen plastischer. Zwischen großzügigen Blütenranken werden zwei kleine gegensätzliche Blütenborten ebenfalls umrankt.

BR 4200 "Ananas" ca.1620-1700
Zwei weitere Frühbarock-Muster: die üppigen Muster des Barock, aber noch die stilisierten Formen der Renaissance. Um eine stilisierte Frucht (vermutlich eine Ananas) ranken sich Akanthusblätter und verschiedene Fantasieblüten.
Beim oberen Stoff erkennt man schon deutlich Tulpen, außerdem geschwungene Bänder, weitere Blüten und Ornamente.

Hier ein ganz typisches Hochbarock Muster im französischen Spitzenornamentik Stil unter Ludwig XIV: eine große Blüte in Fächerform, umgeben von Rispen und großzügigen Spitzenbändern, die mit ihren ausgezackten Blättern, bei denen teilweise der dunkle Untergrund durchschimmert, deutliche Elemente der Spitzenornamentik zeigt, bei denen versucht wurde, (Brüsseler)Spitzen in der Weberei nachzuahmen. Ganz typisch für diese Periode der Weberei ist noch die klare Abhebung vom Untergrund, keinerlei plastische Elemente und eine starke Stilisierung der pflanzlichen Motive, so dass keinerlei botanische Arten erkennbar sind.

Geschwungene Ranken in der typischen Barockform, aus denen zarte, goldddurchwirkte stark stilisierte Blüten und filigrane Blütenzweige wachsen, die nahezu vollständig den Untergrund bedecken und sich klar davon abheben - ein ganz typischer Louis XIV Stoff.

Den Hintergrund bildet ein feinfädiges Atlasgewebe mit Seidenschimmer.

Ein weiteres Muster der frühen Barockzeit - sehr naturalistische zweifarbige Tulpen (Tulpen tauchen etwa ab 1600 in der Weberei auf, nachdem sie nach 1560 nach Europa - Holland - gekommen waren) wechseln sich mit kleineren Blüten und Blättern ab. Die Blumen und Blätter sind schon in hellen und dunklen Tönen gewebt, aber noch nicht schattiert.
Ganz im Gegensatz dazu stand Die Darstellung von Blumen in der Renaissance/ italienischem Barock .
Ein sehr exquisiter Polsterstoff, dessen Muster durch den hohen Anteil feinster Metallfäden edel schimmert, unmöglich, die tatsächliche Schönheit in Bildern wiederzugeben! Bei Interesse versenden wir gern Leihmuster.
Auf Wunsch auch als Atlas mit hancoloriertem Muster in Gobelinstichoptik lieferbar siehe Detailbild.

Der Barock entwickelte einen völlig neuen Musterstil, für den nicht mehr Italien, sondern Frankreich tonangebend war. Im Gegensatz zu den stark stilisierten und scharf umrissenen Mustern der Renaissancestoffe begann man im Barock, Pflanzenmotive naturalistisch darzustellen. Dabei wurde durch außerdem versucht, durch Farbschattierungen und Einfügen von Schatten, das Motiv plastisch darzustellen.
Charakteristisch für die Zeit des Hochbarock (1650-1720), wo dieser neue Stil bereits voll ausgeprägt war, sind üppige, schwere, reiche Muster in bunten Farben, die wenig Raum für einen Hintergrund lassen. Dieser Stoff ist ein ausdrucksstarkes Beispiel solch üppiger Blumen und breiter, in sich gemusterter Ranken.

Ein weiteres Muster ganz typisch für den Hochbarock - große, üppige Nelken und Grantapfelblüten mit viel Laub. Seinen besonderen Ausdruck gewinnt der Stoff durch angedeutet Schatten - ganz typisch für den französischen Barockstil vor allem von Lasalle.

Drei typische Barockmuster des französischen Barockstils - üppige Blumen und Blätter, oder an die Gobelinweberei angelehntes Blattwerk bedecken den Untergrund nahezu vollständig, in barocktypischen kräftigen Farbtönen: rosa, türkis, ocker. Mittels der nach hinten immer dunkler werdenden Schattierungen wird ein besonders plastischer Effekt erzielt, so als würden die Blumen wahllos verstreut auf dem Untergrund liegen bzw als würde man durch ein dichtes Blätterdach aus einem Wald schauen.

Im 18. Jahrhundert waren eine zeitlang sogenannte "Chinoiserien" als Muster und Ornamente sehr beliebt, chinesische Elemente bzw. das, was europäische Künstler und Weber als "typisch chinesisch" ansahen. Dieser Stoff zeigt die zarteren Blüten chinesischer Seiden, entweder mit einem stilisierten Teehäuschen oder einer Rocaille als Füllhorn kombiniert. In England nannte man diese Epoche Chippendale - Möbel wurden zum Beispiel mit asiatischen Elementen versehen, ebenso wie Stoffe.

Im 18. Jahrhundert waren eine zeitlang sogenannte "Chinoiserien" als Muster und Ornamente sehr beliebt, chinesische Elemente bzw. das, was europäische Künstler und Weber als "typisch chinesisch" ansahen. Dieser Stoff zeigt die zarteren naturalistischen Blüten und Zweige chinesischer Seiden. Ein sehr edler Stoff mit exquisitem Glanz (auf den Fotos kaum erkennbar) durch die eingewebten silbernen Metallfäden. Ein Stoff so schön, dass ihn Konrad Adenauer während seiner Zeit als Bundespräsident erwarb. Ein solches Muster mit aufsteigenden Zweigen und Blüten sind ganz besonders exquisit als Wandbespannung aus. In England nannte man diese Epoche Chippendale - Möbel wurden zum Beispiel mit asiatischen Elementen versehen, ebenso wie Stoffe.

Ein weiteres klassisches Louis-seize Streublumenmuster in strapazierfähigem Chenille, in Wolle in "Petit Point" Optik eingewebt.

Ein weiteres klassisches Louis-seize Streublumenmuster, in Wolle in "Petit Point" Optik eingewebt in einen glänzenden, mit feinen eingewebten Blüten gemusterten Stoff. Filigrane Zweiglein mit Nelkenblüten wechseln sich mit anderen Blumen und kleinen Zweiglein auf der typischen Rocaille ab.

Ein ganz typisches Louis-seize Motiv aus dem Anfang der Regierungszeit Ludwigs XVI.: ein aus Akanthusranken in den typischen Rocailleformen gebildetes Medaillon auf einem seidenschimmerndem Untergrund mit zarten Streublumen. Im Medaillon befindet sich ein musizierendes Pärchen - der Flöte spielende Schäfer war ein beliebtes Rokoko-Motiv.
Das Motiv wird nach dem Weben sehr zeitaufwändig mit jeder einzelnen Farbe VON HAND coloriert - eine heute einmalige Technik!

Zwei ganz typische Rocaille-Stoffe des späten Rokoko. Das Rocaille-Ornament, das dem Rokoko seinen Namen gab, ist ein stark stilisiertes Muschelelment und eine ganz eigene Schöpfung des französischen Spätbarock.
Das Motiv wird nach dem Weben sehr zeitaufwändig mit jeder einzelnen Farbe VON HAND coloriert - eine heute einmalige Technik!

Ein weiteres Louis-seize Motiv: mit dem schlichten, fast ungemustertem Hintergrund kündigt sich schon der Klassizismus an, die Ranken bilden noch typische Rocaille-Ornamente. Das Motiv wird nach dem Weben sehr zeitaufwändig mit jeder einzelnen Farbe VON HAND coloriert - eine heute einmalige Technik!

Ein kontrastreiches Motiv mit klassizistisch-schlichtem Hintergrund. Davon hebt sich das von feinen Metallfäden durchzogene Medaillon mit Blumen auf hellem Grund besonders plastisch ab.
Auch der schlichte Stoff sieht sehr edel aus durch die stilisierten kleinen Ornamente. Er ist ebenfalls in Wolle oder Chenille erhältlich.

Ein klassisches Spätrokoko-Streublumenmuster (das schlichte Muster ohne Medaillon zu Artikel RK7484), in Wolle in "Petit Point" Optik in einen glänzenden, atlasbindigen Stoff eingewebt. Rosenzweiglein wechseln sich mit anderen Blumen und kleinen Zweiglein auf der typischen Rocaille, einer stark stilisierten Muschelform und DAS Ornament des Spätbarock, ab.

Umgeben ist das Medaillon von kleinen Streublumen.
Stoff 3 und 4 sind ebenfalls sehr üppige Spätrokoko Motive: große und kleine Blumensträuße mit Akanthusranken, die beim oberen Motiv die Form einer Leier bilden und kleinen Füllhörnern. Zwischen den Hauptmotiven befinden sich kleinere Ranken. Der Hintergrund ist glatt, nur im Hauptmotiv mit kleinen Punkten.
Das Motiv wird nach dem Weben sehr zeitaufwändig mit jeder einzelnen Farbe VON HAND coloriert - eine heute einmalige Technik!

Hier ein Louis-seize Stoff mit großzügigen Akanthusranken, die an Rocailleformen erinnern.
Das Motiv wird nach dem Weben sehr zeitaufwändig mit jeder einzelnen Farbe VON HAND coloriert - eine heute einmalige Technik!

Ein sehr schönes spätes Louis-seize Motiv: ein naturalistischer Blumenkranz mit drei großen Rosen in der Mitte und zarten Blütenzweigen und einer Libelle im Kranzinneren. Die Variante zeigt ein Paar in einem aus Blüten und Ranken gebildetem Kranz. Das Motiv ist mit feinen Metallfäden konturiert, der Hintergrund ist strukturiert und ungemustert.

Ein schönes Spätrokokomotiv (Louis XVI.)mit beginnenden klassizistischen Formen - ein Arrangement mit Rosen auf blauem Grund, von einem Medaillon und üppigen Rosenranken eingefasst. Den Hintergrund bildet ein atlasbindiger, leicht glänzender, Stoff mit stilisierten Blüten in einem Rautenmuster. Dieser ist auch ohne das Blumenornament erhältlich siehe Detailfotos.

Ein weiteres schönes Spätrokokomotiv (Louis XVI.)mit beginnenden klassizistischen Formen - ein plastisches Vogelpaar inmitten eines für den Klassizismus typischen Blumengebindes in Rautenform, umgeben von zarten Zweigen. Im späten Rokoko wurden die einzelnen Blüten zunehmend zu Kränzen, Sträußen, Gestecken oder Gebinden arrangiert, aus denen sich später das typische klassizistische Blumenmotiv mit unterschiedlichsten Gegenständen oder über einer Vase dekoriert, entwickelte.
Auch hier wirkt das Motiv vor einem Mattglänzenden, glatten feinfädigen Hintergrund wie aufgestickt, was den plastischen Effekt noch verstärkt.
Das Motiv wird nach dem Weben sehr zeitaufwändig mit jeder einzelnen Farbe VON HAND coloriert - eine heute einmalige Technik!

Ein materialreicher, weicher feinfädiger Stoff in mattglänzender Atlasbindung, auf dem das Muster in Wolle wie im "Petit Point"- Stich aufgestickt erscheint. Hier handelt es sich um ein klassizistisches Muster, am Übergang vom Rokoko. Die "klassizistische Geradlinigkeit" deutet sich schon in den Streifen an, die Blumengebinde des späten Rokoko lösen sich schon in kleine Sträuße auf. Für ein frühes Muster (noch kein reiner Biedermeier)sprechen die zierlichen Ranken zwischen den Sträußchen.
Aber trotz allem ein zeitlos-klassisches Muster, dass sich auch gut für Biedermeiermöbel eignet.

Ein materialreicher, weicher feinfädiger Stoff in mattglänzender Atlasbindung, auf dem das Muster in Wolle wie im "Petit Point"- Stich aufgestickt erscheint. Hier handelt es sich um ein klassizistisches Muster, nachfolgend auf den Rokokostil. Die "klassizistische Geradlinigkeit" deutet sich schon in den Streifen an, die Blumengebinde des späten Rokoko lösen sich schon in kleine Sträuße oder wie hier in kleine Blüten, auf. Für ein frühes Muster (noch kein reiner Biedermeier)sprechen die Blüten, die noch in Wellenranken und nicht als einzelne Streublumen angeordnet sind.
Aber trotz allem ein zeitlos-klassisches Muster, dass sich auch gut für Biedermeiermöbel eignet.

Ein weiterer dichter, weicher Stoff in mattglänzender Atlasbindung, auf dem das Muster in Wolle wie im "Petit Point"- Stich aufgestickt erscheint. Hier handelt es sich um ein frühes klassizistisches Muster. Die "klassizistische Geradlinigkeit" deutet sich schon in den Perlketten in Längsform an,gefüllt von zierlichen Zweigen in Wellenform. Wenige Blumen und bescheidene, zierliche Zweiglein, in gleichmäßigen Linien angeordnet, zeigen schon den Hang zur Geradlinigkeit. Trotz der sehr lockeren Streifenform ein zeitlos-klassisches Muster, dass sich auch gut für Biedermeiermöbel eignet.

Hier drei wunderschöne Beispiele für Historismusstoffe: ein Liebespaar, ein Adliger mit seinen Bediensteten und ein Kleriker umgeben von großen naturalistischen Blumen. Alle Personen sind im Stil des 15. oder 16.Jahrhunderts gekleidet. Da man in dieser Zeit noch mit stilisierten Blumenmotiven in einer klar umrissenen, symmetrischen Anordnung arbeitete, handelt es sich hier eindeutig Stoffmuster der Neogotik und Neorenaissance des 19.Jahrhunderts.
Was keinesfalls den Reiz dieser plastisch-bildlichen Motive schmälert!
Motiv drei zeigt wahrscheinlich den Heiligen Leopold von Österreich, der im 11. und 12.Jahrhundert lebte und heute Schutzpatron Österreichs ist, denn seine Attribute sind Kirchenmodell und Fahne.
Das Motiv wird nach dem Weben sehr zeitaufwändig mit jeder einzelnen Farbe VON HAND coloriert - eine heute einmalige Technik!

Zum Material

Verwendete Metallfäden
Hierbei handelt es sich um Lahn, d.h. ein plattgewalzter Metalldraht um eine Fadenseele (Leinen, Baumwolle oder Seide) gewickelt, verwendet schon um 250 (Fund in Viminacium / Ungarn, heute Abegg-Stiftung Bern)
Wolle
Feinste, golddurchwirkte Wollstofffragmente (80 Schußfäden pro cm !!!) sind schon aus der Zeit um 250 (Fund in Viminacium / Ungarn) erhalten, Brokate wurden für gewöhnlich aus Seide oder aus Halbseide hergestellt. (heute einfach eine Preisfrage!)
Baumwolle
Stammt aus Indien, dort schriftlich erstmals 800 v.Chr. erwähnt, die ältesten Funde aus Sind werden auf 3000v.Chr. datiert; 700v.Chr. In Assyrien bekannt, in Rom im 2.Jhd. vermutlich durch Expeditionen in den Vorderen Orient bekannt. Laut Karfunkel bereits im 2.Jtsd.v.Chr. im östlichen Mittelmeerraum bekannt.
Bindung
Es handelt sich um Samite, d.h. Köperkompositbindungen, bestehend aus 2 Kett- und mindestens 2 Schußsystemen. Einfarbige "geritzte" Samite sind ab dem 7. Jhd. bekannt, Blütezeit in der Weberei des 10.,11. und 12. Jahrhunderts. 5

1 Gert Oswald "Lexikon der Heraldik"
2 Ottfried Neubecker "Heraldik"
3 Sutherland Lyall "Die Dame und das Einhorn"
4 Mechthild Lemberg/ Brigitta Schmedding "Abegg-Siftung Bern, Textilien"
5 Leonie von Wilckens "Mittelalterliche Seidenstoffe"

Alle Inv.Nr. beziehen sich auf den Bestand des Kunstgewerbemuseums Berlin

Ursprung, Herkunft, zeitlicher Rahmen der Gobelinstoffe

Ich habe Abbildungen von Medaillonstoffen aus dem 5.Jh. - sie erfreuten sich bis ins Hochmittelalter größter Beliebtheit.
Originalstoff 1: roter Goldbrokat Italien Anfang 13.Jh.(1210-1220) Paradebeispiel für den stengen Seidenstil des Hochmittelalters mit seinem Kreisschema und seinen Tierpaaren - Greifen, Löwen und Vögeln. Belegt im römischen Inventar in großer Zahl - unter der Inventarnr.1222 sind 112 "Stoffe aus Lucca und Venedig" aufgeführt und beschrieben - die meisten Medaillonstoffe, von denen einige bereits 1295 schon als alt bezeichnet wurden.
Das Motiv ist fast genau so in "Medieval Costume and Fashion" abgebildet (Abb.141), außerdem Inv.Nr.84,295/83 (13.Jhd.,Spanien - genau der Medaillonrahmen) - es wurde so in Byzanz und Sizilien im 11. und 12. Jhd. gewebt (siehe auch Medaillonstoffe) Original 2: 1.Hälfte oder Mitte 13.Jh. ebenfalls rot-gelb gemustert, entstanden nach italienischen Vorbildern in Regensburg, wo tatsächlich Seidenbrokate einer ganz eigenen Art - mit einer füllenden Leinenkette nämlich, um kostbare Seide zu sparen - gewebt wurden.

Löwe

Bereits in Altpersien als Symbol verwendet; eines der am häufigsten vorkommenden Wappentiere.
Inv.Nr.88,196/30 (9.-10.Jhd.,Persien - schreitender Löwe)

Motiv Ende 14. Anfang 15.Jhd. - der Löwenschweif ist gespalten und die Zehen gesondert und weit ausgespreizt. (s. Löwe von Böhmen vom Grabmal König Ottokar I. in Prag St.Veits Dom, 14.Jhd.) 1 + 2

Nahezu 100%ige Replik des Danziger Silberbrokates auf dem Bild, entstanden in Italien/Lucca in der 2.Hälfte des 14.Jh., der zu den Meisterwerken frühgotischer Zeichenkunst zählt.
Die islamischen Schriftzüge wurden durch lateinische ersetzt. Das Original verrät noch chinesische Einflüsse in den an den Lotosform-orientierten blattförmigen Ornamenten. Drachen und Vögel sind in die gotisierten Blattfelder eingefügt mit Ährenbündeln und Flügelpaaren als Füllung.

Das Einhornmotiv war während des gesamten Mittelalters sehr beliebt. Wie man am Originalstoff sieht, gab es Einhorndarstellungen auf Meterware tatsächlich, wie auf diesem Seidenstoff aus Venedig, gewebt um 1450. Hier handelt es sich um ein Motiv aus der Wandteppichserie "Die Jagd auf das Einhorn" südniederländisch 1495-1505, heute im Metropolitan Museum New York; Originalgröße 368 x 252 cm

Einhorn (Monozeros)

Schon in der assyrischen Kunst eine Art Stier mit einem Horn, pferdeähnlich erstmals in griechischen Texten (Ctesias von Cnidus 5.Jhd.v.Chr.), Cäsar siedelt es in De Bello Gallico in den Wäldern Germaniens an; im Mittelalter beliebtes christliches Symbol. Sein Horn hatte reinigende und heilende Wirkung und es konnte nur von einer Jungfrau gefangen und gezähmt werden. Es war ursprünglich sehr klein, hatte Ziegenhufe, Ziegenbart und ein gedrehtes Horn (ähnlich das vom Narrwal) 3

Geht man von den äußerst gründlichen und auch belegten Forschungen Smitmers aus, so scheint die Stiftung der ritterlichen ungarischen Gesellschaft des Drachens oder wie wir heute sagen, des Drachenordens ca. 1390 durch Sigismund von Luxemburg, dem König von Ungarn und späteren Kaiser sehr wahrscheinlich. Vorbild war der 1326 gegründete St.Georgsorden. Aus zahlreichen Beschreibungen geht hervor, daß es normale Mitglieder und einen Kreis von 24 Mitgliedern direkt um den König gegeben haben soll. Das einfache Ordenszeichen war der Drache, das Abzeichen des engeren Kreises der Drache mit dem darüber befindlichen Kreuz. Als Schutzpatrone des Ordens galten der Drachentöter St. Georg und die heilige Margit (von Antiochia). Das bekannteste Mitglied wurde im 15. Jahrhundert Vlad II., Fürst der Walachei, der den Beinamen Dracul als Zeichen seiner Angehörigkeit zum Drachenorden erhielt. Der ursprüngliche Auftrag des Drachenordens war der Kampf gegen heidnische Armeen und Hussiten außerhalb orthodoxer Gemeinschaften. Hiernach hatte der Schutz des Königs und seiner Familie durch ungarische Adelskreise die höchste Priorität. Als Ritter im Auftrage des Drachen verpflichtete man sich, das Christentum zu verteidigen. Siehe die Bemühungen Vlads II. um den Sieg der christlichen Welt über das Osmanische Reich (mit allen Mitteln). Der Drachenorden verlor relativ schnell an Bedeutung.

Ausschnitte aus dem Teppich von Bayeux (Tapisserie de Bayeux), auch bekannt als der "Teppich der Königin Mathilde" in Miniaturgröße. Er wurde im 11. Jahrhundert von Mathilde und ihren Damen gestickt und ist noch heute in Bayeux zu besichtigen. Das Original ist 70 Meter lang und 50 cm hoch.
Der Teppich zeigt die Eroberung Englands durch den normannischen Herzog Wilhelm der Eroberer 1066. Gut zu erkennen ist Harold auf seinem Pferd.

Der Originalstoff zeigt ein symmetrisches Spitzoval mit Hasen und Lotusranken persisch Anfang 14.Jh., nach chinesischen Vorlagen. Das Spitzovalnetz aus längsgespaltenen Ranken verweist klar auf das chinesische Vorbild, die Tiere auf den islamischen Stil.
Bei dieser Art von Geweben, von denen es noch etliche Stücke gibt, bilden dünne Kettfäden aus Seide einen dunkelblauen, hellfleischroten oder grünen Atlasgrund, von dem sich das Muster aus Goldfäden im Relief abhebt (stark vergoldete Darmhaut um eine weißen Kernfaden gewickelt und bei unserem Stoff von Chenillefäden nachgebildet).

Spitzoval

Motiv aus der Antike, im islamischen Bereich häufiger verwendet, in der europäischen Weberei fand gegen Ende des 13. Jhd. ein allmählicher Übergang vom Medaillon statt, wurde ab dem 15. Jhd. vorherrschend.
Inv.Nr.78,641/34 (10.-11.Jhd.,Byzanz oder Syrien), ab dem 15.Jhd. unzählige Beispiele

Hermelin

seit der Frühzeit der Heraldik (12.Jhd.) zuerst als aufgenageltes Fell, dann als gezeichnetes Motiv (zum Ende des 12. Jhd.) verwendet (beliebt in der englischen und deutschen Heraldik). Zwei klassische heraldische Motive: die französische Fleur de Lys, die stilisierte heraldische Lilie, und der deutsche Hermelin, die stilisierte schwarze Schwanzspitze seines Winterfells.

Die heraldische sogenannte französische Lilie, die "Fleur de Lys" ist ein klassisches und ein sehr häufiges heraldisches Motiv, beliebt im ganzen Abendland. Sie war Zeichen des französischen Königshauses.

Lilie (fleur de lys)

Bereit bei den Römern und im alten Persien als Symbol verwendet; die stilisierte Form lässt sich in Europa z.B. auf Münzen von Straßbourg bis ins 10. Jhd. zurückverfolgen. Die königlichen Insignien der Franken waren seit Chlodwig I. (481 - 511) mit ihr verziert, seit 1179 schmückt sie das Wappen der französischen Könige. 1
InvNr.84,296/81 und 81,473b/83 (13.Jhd.,Spanien, letzteres gefunden in St.Servatius Siegburg)
LS1201, LS1202, LS1203, LS1204

Rautenmuster sind schon aus der Antike und aus dem Frühmittelalter bekannt. In Verbindung mit der heraldischen Lilie habe ich folgenden Originalstoff gefunden: Italien, Mitte des 13.Jh.
In dieser Zeit sind rautenförmig unterteilte Stoffe mit heraldischen Mustern vielfach belegt. Sie erfreuten sich anscheinend großer Beliebtheit. Auch im 15. Jh. gibt es noch Belege für diese Rautenmuster mit Wappenzeichen.
Es handelt sich hier um eigenständige romanische Muster- und Formensprache, die sich ganz von sarazenisch-sizilianisch-byzantinischen Vorbildern gelöst und eigene zum Stil der zentraleuropäischen Romanik passende Muster entwickelt hat. Wissenswertes über die Fleur de Lys

Rauten

Inv.Nr.76,1563/31 und 82,1171/32 (10.Jhd.,Byzanz); Inv.Nr.88,200 (10.-11.Jhd.,Byzanz - Rauten mit "Pik")

ein typischer spätmittelalterlicher Mille Fleurs Grund mit kleinen Tieren und einem Lebensbaum wie z.B. auf der Wandteppichserie "Die Dame und das Einhorn". Mille fleurs "1000 Blumen" Hintergründe entstanden Anfang des 15. Jahrhunderts und finden sich auf vielen Tafelbildern und fast allen berühmten Wandteppichen und Wandteppich-Serien wie "Die Dame und das Einhorn", Die Jagd auf das Einhorn (Einhorn in Gefangenschaft).
Der Lebensbaum ist ein altpersisches Motiv, immer wieder in der Weberei verwendet, in der Byzantinischen, Spanischen, Italienischen.
siehe unter Das Einhorn .

Mille Fleur (1000 Blumen)

Hintergründe mit wie gestreut aussehenden Blumen, stilisiert oder botanisch dargestellt, wurden von der Malerei übernommen. Etwa ab dem 1.Viertel des 15. Jhd. begann man in der Malerei, möglichst detailgenau darzustellen, d.h. einen Wiese nicht mehr nur als grüne Fläche, sondern aus vielen einzelnen Blumen zusammengesetzt und mit kleinen Tieren. Diese Detailtreue wurde in die Weberei und insbesondere in die Gobelinwirkerei übernommen.
Flügelalter der hlg.Sippe (Inv.Nr.59, Wallraf-Richartz Museum, 1.Viertel 15.Jhd., Köln),
Abb.42 aus einem Minneteppich, Basel um 1430, Hermann Schmitz "Bildteppiche"
FW6232, MF1361,MF1362, MF1363, MF1364, MF1365, MF1366

Unglaublich, aber im Mittelalter gab es verschiedenste Stoffe mit Burgen oder Schlössern wie diese alte Kasel aus Halberstadt mit Wasserburgen, Khilins und Falken, gewebt in Lucca, 2.Hälfte 14.Jh., zeigt.
Sie hatten ihre Vorbilder in chinesischen Seidenstoffen. Bei unserem Stoff erkennt man ebenfalls noch deutlich das chinesische Vorbild in dem Fonghoang-ähnlichen Vogel. Die bei unserem Stoff noch freischwebenden Musterelemente - was auf das frühe 14.Jh. verweist -wurden später auf ornamentale Unterlagen wie Felsen oder Flüsse gesetzt wie auf dem Kaselstoff. Burgen spielten in ihrer Bedeutung als Minneburg eine große Rolle im Hochmittelalter, was ihre Aufnahme als Webmuster erklärt. Kastelle von heraldisch einfacher Zeichnung waren den Webern von Lucca schon im 13.Jh. geläufig. Über dem Wappen ist ein Spangenhelm zu sehen.

Blütezeit der Heraldik : etwa vom 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts - in dieser Zeit wurden auch - in der Hauptsache vom hohen Adel - heraldische Gewänder getragen, auf denen heraldische Motive wie Lilie, Hermelin, Löwe etc, aufgestickt oder eingewebt waren
(Bsp. Pergamentminiatur um 1375 von Anna, Gemahlin des Grafen Ludwig II. und ihrer Hofdame; 1)

Ursprung, Herkunft, zeitlicher Rahmen der Brokate und Damaststoffe

Hier haben wir relativ kleinrapportige Granatapfelmotive, umgeben von einem mit Blüten ausgefüllten Spitzoval und Blattranken. Zum Ende des 15.Jhd. waren kurzzeitig Granatapfelstoffe in Wellenranken mit Rapporten von über einem Meter in Mode, im 16.Jhd. wurden die Muster wieder feiner. Das feine Muster wirkt sehr plastisch durch verschiedene Bindungen und Materialien.
Der barocke Stoff zeigt die typisch üppigen Formen des frühen Barock, die nur wenig Hintergrund sehen lassen und das Motiv selbst stilisiert mit üppigen Akanthusartigen Formen - trotzdem ist der Granatapfel schon gut zu erkennen. Später werden die Formen zunehmend naturalistischer, die Formen zierlicher.
über den Granatapfel

Hier haben wir ein großzügiges Granatapfelmotiv, umgeben von einem mit Blüten ausgefüllten Spitzoval und Blattranken. Der Stoff ist als Brokat mit Metallfäden oder als einfarbiger Damast erhältlich.

über den Granatapfel

Das Grundmotiv ist der siebenteilige Granatapfel, der wie eine Rosette einen weiteren Granatapfel umschließt. Der Granatapfel wird wiederum von einem sechseckigen Rankenwerk umgeben, an dessen Ecken Granatapfel und Ananas abwechseln. Ein wunderschönes Beispiel für die Verwendung von Spitzoval, Ranke und Granatapfelmotiv. Das Original ist noch prachtvoller in mehreren Farben gewebt.
über den Granatapfel

Eine weitere Variante des Granatapfelmotivs. Dieses hier wirkt besonders edel und kostbar durch sein kleinrapportiges Muster und die Kronen an den Berührungspunkten der Ranken-Spitzovale. Dieser Stoff eignet sich daher besonders für Verbrämungen, Besätze und Innenfutter, am besten in Verbindung mit dem dazugehörigen Damast!
Eine Anmerkung zum Preis: da es sich hier um ein zweischüssiges Gewebe mit einem Stickschuss handelt, sehr aufwändig in der Herstellung, sind der Preis für Brokat und Damast gleich, da der Metallfaden bei Letzterem durch einen feinen Zellwollfaden ersetzt wird.

Hier handelt es sich um das größte unserer Granatapfelmotive. Der Granatapfel wird jeweils bekrönt von einem stilisierten Blattkreuz und die auffallend breiten, mit Gold unterlegten Ranken sind an den Berührungspunkten mit Granatapfelblüten verziert.
Besonders edel wirkt das Muster durch Verwendung einer dunkleren Konturenfarbe, die das Muster noch plastischer wirken läßt.

Der Granatapfel

Das bekannteste Motiv des Spätmittelalters und der Renaissance - der Granatapfel. Er findet sich auf unzähligen Gemälden und Tafelbildern und ist auch in vielen Kirchenschätzen vorhanden, wo Granatapfelstoffe für kostbare liturgische Gewänder verwendet wurden. Er war ein wichtiges christliches und auch ein beliebtes profanes Symbol. Mit ihm soll Eva Adam verführt haben und er steht für Liebe und Fruchtbarkeit. Er beherrschte die europäische Weberei für nahezu drei Jahrhunderte. Das Granatapfelmotiv tritt in der Samt- und Seidenweberei der Spätgotik und Renaissance besonders charakteristisch in Erscheinung. Das Ursprungsmotiv stammt aus dem Orient, z.B. der altchinesischen Palmettenform oder der altpersischen Lotusform. Der Granatapfel als Frucht kommt ursprünglich aus Asien und verbreitete sich von dort zunächst in den Mittelmeerländern, später auch in Südafrika, Australien, Südamerika. Anfang des 15. Jahrhunderts treten in venezianischen Webereien Granatapfelmotive auf. Die Entwürfe stammen zunehmend von bedeutenden Künstlern. Speziell die Samte erforderten klare und ruhige Formen, die auch auf leichtere Brokate und Damaste übertragen wurden.
"Granatapfelstoffe" sind auf jeden Fall eine eigene gotische Erfindung ohne asiatische oder persische Vorbilder!

Das Original zeigt gelb-schwarze Falken auf violettem Untergrund.
Ein "Paradebeispiel" für einen Medaillonstoff, ganz typisch für das Hochmittelalter, das seine kostbaren Brokate vor allem aus Byzanz und Syrien bezog. Die Kreisborten verweisen von der Art her sowohl auf den berühmten Karlsstoff, als auf die Bernwardskasel.
Dieser Stoff zeigt sehr schön den Wandel von den eher Bestiarien-ähnlichen Fabeltieren der persischen Weber (wie bei unserem Medaillon-Wollbrokat zu den naturalistischen Tierdarstellungen der griechisch-byzantinischen Weber.
Diesen Stoff bekommen Sie sowohl mit Metallfäden, als auch als eifarbigen Damast.

Neben den sogenannten Medaillonstoffen wurden Vogelpaare zu einem sehr beliebten Motiv der mittelalterlichen (Seiden)weberei. Anfangs häufig in Medaillons anzutreffen, wird der Musterverlauf ab dem 12.Jhd. zunehmend durch ein Rautenschema abgelöst. Sizilianischer Seidenbrokat mit Vogelpaaren findet sich unter anderem im Utrechter, Aachener und Quedlinburger Domschatz oder in der Schnütgensammlung. Sehr bekannt ist der Doppeladler-Brokat (siehe Originale). Das Motiv der Vogelpaare findet sich in dieser Zeit häufig in den moslemischen Mittelmeerländern wie Ägypten (siehe Originale), Syrien, Marokko, von wo es seinen Weg über das Mittelmeer nach Sizilien und später durch die Mauren nach Spanien fand. Es handelt sich hier um Falkenpaare mit einer Blüte im Schnabel über einer großen Palmette. Dies spricht für einen Ursprung im fatimidischen Ägypten, zu dessen Kunst die sizilianischen Werkstätten einen engen Bezug hatten. Ab 1250 kam die Seidenweberei in Sizilien anscheinend zum Erliegen. Ihre Erben waren Lucca und Spanien.

Ein schönes Beispiel frühitalienischer Brokatweberei, in dem noch sehr stark der asiatische Ursprung zu erkennen ist. Das versetzt angeordnete Muster, in dem zwei Fonghoang-ähnliche Vögel eine Palmettenblüte im Schnabel halten, ist noch sehr stilisiert und nicht wie spätere eigene Mustercreationen naturalistisch (siehe "Hirsche und Adler"). Siehe Originale. Der hier abgebildete Damast ist auch als Brokat erhältlich.

Die sechseckige Aufteilung zeigt das fortgeschrittene gotische Empfinden und die Entwicklung eines eigenen Stils. Hier handelt es sich um ein wunderschönes Beispiel europäischer naturalistischer Tierdarstellung, eigenständig und nicht mehr beeinflußt von chinesischen Stoffen.
Die Wolke mit den darübersitzenden Adlern erlaubt eine ganz eindeutige Zuordnung zur venezianischen Weberei. Es wurde in der Vergangenheit immer wieder versucht, solchen Stoffen eine christliche Symbolik zugrunde zu legen, es handelt sich hierbei jedoch einfach um typische Motive der Jagd, das vornehmste Vergnügen ritterlicher und höfischer Kreise in jener Zeit.

Bei Original handelt es sich um einen Stoff, der sich im Danziger Paramentenschatz befand, und von dem sich heute Stücke in Museen in London, Wien und Berlin befinden. Durch die Eroberung Südspaniens durch die muslimischen Mauren wurde auch die Weberei stark beeinflusst - da im muslimischen Kulturkreis figürliche Darstellungen verboten sind, wurden abstrakte und pflanzliche Motive verwendet. Hier handelt es sich um jeweils vier in Form eines Spitzovals angeordnete Arabesken (Gabelranken), die ein versetztes Muster bilden. In ihrer Mitte befinden sich in Lilien endende Rauten, die entweder mit einer von einem Schachbrettmuster umgebenen Rosette oder mit einem in drei Reihen angeordneten stilisierten Kelchblütenmotiv ausgefüllt sind. Ein schönes Beispiel eines spanisch-gotisch interpretierten maurischen Musters.

Der Vierpass ist eines der häufigsten Ornamente der Gotik. In der Architektur wurde er vor allem im Maßwerk, bei der Gestaltung von Fenstern, genutzt; auch auf Münzen ist er zu finden. Ein Vierpass besteht aus vier nach außen weisenden Kreisbögen mit gleichen Radien, die einem Kreis einbeschrieben sind - entweder aus vier Halbkreisbögen oder aus vier Dreiviertelkreisbögen.
Hier ein typisch gotisches Vierpass-Motiv, sehr kleinrapportig und mit gotischen Ornamenten gefüllt, umgeben von kleinen Ranken.
Eine Anmerkung zum Preis: da es sich hier um ein zweischüssiges Gewebe mit einem Stickschuss handelt, sehr aufwändig in der Herstellung, sind der Preis für Brokat und Damast gleich, da der Metallfaden bei Letzterem durch einen feinen Zellwollfaden ersetzt wird.

Ein weiteres "typisch Gotisches" Vierpass-Motiv. Hier handelt es sich wieder um den Halbkreisbögen, gefüllt mit symmetrisch stilisierten Disteln. In den Zwischenräumen befinden sich ebenfalls jeweils vier Distelblüten und Distelblätter. Ein sehr schönes Beispiel für das Symmetriedenken der Gotik.
Eine Anmerkung zum Preis: da es sich hier um ein zweischüssiges Gewebe mit einem Stickschuss handelt, sehr aufwändig in der Herstellung, sind der Preis für Brokat und Damast gleich, da der Metallfaden bei Letzterem durch einen feinen Zellwollfaden ersetzt wird.

Zunächst wirkt dieses Muster garnicht mittelalterlich, sondern jünger. Es handelt sich hier um sehr naturalistische Weinblattranken, die sich um versetzte Spitzovale, gefüllt mit Ananas und einzelnen Weinblättern, winden. Im Zentrum des Spitzovals befindet sich ein zierliches Ornament. Dieses Weinlaubmotiv war ein häufiges Motiv in der italienischen Seidenweberei des späten 14.Jhd. (siehe Original) - es gibt sowohl einige erhaltene Gewebestücke, zum Beispiel im Schnütgenmuseum Köln, als auch Beispiele in der Malerei. Dieser Stoff wirkt auch in einfarbig sehr edel, da das Motiv in Seidenoptik plastisch vor einem matten Hintergrund hervortritt. Man kann sehr schön den einfarbigen Stoff mit dem mit Metallfäden durchwirkten Stoff kombinieren, indem man mit diesem zum Beispiel den Kragen absetzt oder die Ärmel ausfüttert.

Rautenmuster sind schon aus der Antike und aus dem Frühmittelalter bekannt. In Verbindung mit der heraldischen Lilie habe ich Originalstoffe aus Mitte des 13.Jhd. gefunden.
In dieser Zeit sind rautenförmig unterteilte Stoffe mit heraldischen Mustern vielfach belegt. Sie erfreuten sich anscheinend großer Beliebtheit. Auch im 15. Jh. gibt es noch Belege für diese Rautenmuster mit Wappenzeichen.
Bei dieser Ware handelt es sich um eine edle Qualität mit einem sehr plastisch wirkenden Muster, das sich durch den leichten Glanz noch mehr vom matten Untergrund abhebt. Sehr schön auch für Beutel und Taschen geeignet.

Ein weiterer Lilienstoff, diesmal als Brokat mit oder ohne Metallfäden oder erhältlich. Die Lilien sind von geschwungenen Rauten umgeben. Interessant hierbei ist, dass der Stoff sowohl in einfarbig schwarz, mehrfarbig, als auch mit Gold- oder Silberfäden durchwirkt erhältlich ist. Damit hat man sehr schöne Kombinationsmöglichkeiten. So kann man den metalldurchwirkten Stoff für Ärmelfutter, Kragen oder Besatz verwenden.
Auch hier hebt sich das Muster durch den leichten Glanz noch mehr vom matten Untergrund ab.

Ein wunderschöner Stoff im Renaissancestil nach italienischem Vorbild (vermutlich Florenz). Erinnert sehr an die Stoffe auf Carlo Crivellis Gemälden. Die italienischen Renaissancestoffe zeichnen sich durch stilisierte Blüten, Blätter und Früchte und scharf umrissenen Ornamente, die sich fast greifbar vom Untergrund abheben, aus. Das wird hier durche das goldenen Muster auf dunklem Grund besonders deutlich.
RN2204: Ein wundervoller schwerer und dennoch weichfallender, griffiger Stoff in sehr aufwändiger Webtechnik. Über einer dickfädigen (hellen) Grundkette und einem feinen (schwarzen) Grundschuß (Detail von hinten) wird die sehr feinfädige (grüne) Musterkette mit einem Bindeschuß (Detail weben - hier sieht man die Bindepunkte eines goldfarben Schußfadens, der zusätzlich edle Akzente setzt) so im Grundgewebe fixiert, daß ein feines, sehr plastisches Muster entsteht (Detail 1 + 3). Grundkette und -schuß sind unsichtbar und das Muster wird durch feine Viskose in Seidenoptik gebildet. Auch mit Seide erhältlich, eine Frage des Preises...
Fantastisch für Westen, Schecken, Kleider mit Stand.

Ein schönes Beispiel für ein spätbarockes bis frühklassizistisches Muster: Streng geometrische Rauten werden noch durch lockere Blütengebinde aufgelockert. Ein Muster, dass bis weit ins 19. Jahrhundert verwendet werden konnte.
In den festen, leinwandbindigen, matten Stoff mit feinen schwarzen Bindepunkten ist das Muster in Atlasbindung eingewebt, so dass es sich plastisch und leicht glänzend vom Untergrund abhebt, noch verstärkt durch eingewebte Metallfäden. Ein klassischer, sehr edler Stoff!, auch für leichte Polsterarbeiten geeignet.

Hier haben wir ein klassizistisches "Parademuster", genauer gesagt aus der napoleonischen Epoche des Empire in Frankreich. Laubgefüllte Rauten (Lorbeerblätter) bilden ein streng geometrisches Muster, das durch die Rosetten etwas sehr Edles bekommt.
In den festen, leinwandbindigen, matten Stoff mit feinen schwarzen Bindepunkten ist das Muster in Atlasbindung eingewebt, so dass es sich plastisch und leicht glänzend vom Untergrund abhebt, noch verstärkt durch eingewebte Metallfäden. Ein klassischer, sehr edler Stoff!
Auch für leichte Polsterarbeiten geeignet.

Hier ein ganz typisches barockes Muster des französischen Barockstil unter Ludwig XIV. (1643-1715), auch genannt Louis-quatorze. Große, symmetrisch angeordnetze, stilisierte Distelblüten bedecken leicht versetzt den schwarzen Untergrund, sie entspringen aus farbig gefüllten Ranken, die wie eine Vase geformt sind. Ein ganz neues Element ist die sogenannte Spitzenornamentik, also die Übernahme von (Brüssler) Spitzen wie die feinen Ziernetze. Die Rankenform erinnert auch schon an die geschwungenen Formen der Rocailles, DES Ornaments des Rokoko.

Hier ein typisches Louis-quatorze Muster, das noch Renaissanceelemente "interpretiert", aber mit seinen Spitzenornamenten und zierlichen Blütenzweigen schon ganz klar der französischen Weberei zuzuordnen ist, die unter Louis XIV stark geföördert wurde. Das Ornament in der Mitte ist noch stark stilisiert, das Muster klar vom Untergrund abgegrenzt - alles Merkmale itaienischer Renaissancestoffe, also ein sehr schöner "Übergangsstoff" zum französischen Barockstil. Ein sehr feiner Stoff, von dem sich das Muster auch durch die glänzende Atlasbindung stark abhebt.

Hier ein wunderschöner Stoff mit chinesischem Einschlag. Chinoserien waren beleibt im 18. Jahrhundert, als es zu einer neuen Beeinflussung der europäischen Webkunst durch chinesische Muster kam. Unter Chinoserien versteht man Musterelemente, die die deutschen Weber als "typisch chinesisch" angesehen haben. Hier haben wir filgrane, versetzt angeordnete Blumensträußchen auf stilisierten Brücken; der Hintergrund wirkt wie eine Landschaft.
In den festen, leinwandbindigen, matten Stoff mit feinen schwarzen Bindepunkten ist das Muster in Atlasbindung eingewebt, so dass es sich plastisch und leicht glänzend vom Untergrund abhebt, noch verstärkt durch eingewebte Metallfäden. Ein klassischer, sehr edler Stoff! Auch für leichte Polsterarbeiten geeignet.

Hier noch ein typisches Louis-quatorze Muster, das noch sehr an die italienischen Spitzoval-Granatapfelstoffe des 16. und 17. Jahrhunderts erinnert, aber mit seinen Spitzenornamenten schon ganz klar der französischen Weberei zuzuordnen ist. Das Ornament in der Mitte ist noch stark stilisiert, das Muster klar vom Untergrund abgegrenzt - alles Merkmale itaienischer Renaissancestoffe, also ein sehr schöner "Übergangsstoff" zum französischen Barockstil. Ein eher fester Stoff in edel schimmernder Qualität, der sich daher sehr gut für "steife" Gewänder und leichte Polsterarbeiten eignet.

Hier ein ganz typisches Hochbarock Muster im französischen Spitzenornamentik Stil unter Ludwig XIV: eine stark stilisierte Blüte, umgeben von kleinen Streublüten und Blättern, die in rocaille-ähnliche Elemente münden. Bei ihnen, im Blütenansatz und in den zarten Streifen des Hintergrundes sind deutliche Elemente der Spitzenornamentik erkennbar, bei der versucht wurde, (Brüsseler)Spitzen in der Weberei nachzuahmen. Ganz typisch für diese Periode der Weberei ist noch die klare Abhebung vom Untergrund, keinerlei plastische Elemente und eine starke Stilisierung der pflanzlichen Motive, so dass keinerlei botanische Arten erkennbar sind.

Hier ein weiteres Beispiel für ein frühbarockes Muster, das noch sehr an die Granatapfelmotive von Mittelalter und Renaissance erinnert, deshalb würde ich es als italienisches Barockmuster ansehen. Das große Ornament ohne Ranken oder Rahmen deutet schon die üppigen, den Untergrund fast vollständig bedeckenden Muster des Hochbarock an. Die stark stilisierte Form könnte auch auf den osmanischen Einfluss auf die italienischen Brokate hinweisen.
In den weichfließenden, leicht glänzenden Stoff ist das Muster in Atlasbindung eingewebt, so dass es sich plastisch und leicht glänzend vom Untergrund abhebt. Ein klassischer, zeitloser Stoff!

Ein sehr edles barockes Muster aus der Zeit Ludwigs XIV. Die große stlisierte Tulpenblüte ist umgeben von kleinenVeilchenblüten und Ranken. Erkennbar ist schon der französische Stil, allerdings noch weit entfernt vom naturalistischen Rokokostil. Hier haben wir ein großrapportiges Muster, das im Barock und im Rokoko, wie zahlreiche Gemälde beweisen, beliebt war.

Sehr weichfließender Stoff in Seidenoptik, auf dessen schwarzem Hintergrund das Muster in Atlasbindung eingewebt ist, wodurch es einen starken seidenartigen Glanz hat. Der Stoff ist sehr gut für weichfließende Schnitte oder als Vorhangstoff geeignet.

BD7100 Barock "Brokat Veilchen" 1700-1750

Kleingemusterte Stoffe erfreuten sich im 18.Jahrhundert großer Beliebtheit, da sie bei der Rokokomode viel besser zur Wirkung kamen als große Muster. Frankreich wurde führend in Modefragen. Blumen und Zweige wurden gern mit den typischen runden Muschel-oder Rocailleelementen und den Spitzen entlehnten Netzwerken kombiniert, was den Mustern eine ganz eigene "barocke" Note gab. Hier sehr symmetrisches Muster, dessen Veilchen sich mit solchen barocken Ornamenten abwechseln.

BD8600 Barock "Blütenmeer" 1720-1760
Ein weiterer Streublumenstoff - auf den sich stilisierte Blumen und Blätter in scheinbar ungeordneter Fülle ergießen. Wahlweise mit weißem oder schwarzem Untergrund erhältlich, mit Metall oder Lurex - alle Bilder zeigen Stoffe mit dem preiswerteren Lurexfaden. Auf Wunsch auch ohne Metall als Damast erhältlich.

Ein wunderschöner, sehr aufwändig gewebter Stoff ganz im Stil des französischen Rokoko, der tonangebend in Europa war.
Ein fester Stoff in Baumwolloptik mit einem zierlichen spätbarocken naturalistischen Streublumenmuster. Typisch für den französischen Barock, finden sich auch hier Rocailleformen neben feinen, zartgliedrigen Blüten und Ranken. Solche Muster waren vor allen bei Frauengwändern oder Westen beliebt, der relativ feste Stoff läßt sich gut für Rokokomodeverwenden
In einen von feinen schwarzen (Binde) Punkten durchsetzten matten Hintergrund sind die Rocailles in Atlasbindung eingewebt, die feinen Blüten und Ranken sind mit goldgelben und silberfarbenen glänzenden Fäden in Seidenoptik plastisch darüber gewebt.

Ein feingewebter, für Rokokokleidung typischer französischer Streublumenstoff, der das Muster nur die die verschiedenen Bindungen bildet und gerade deshalb sehr edel wirkt. In den festen, leinwandbindigen, matten Stoff mit feinen schwarzen Bindepunkten in Rautenform ist das Muster in Atlasbindung eingewebt, so dass es sich plastisch und leicht glänzend vom Untergrund abhebt. Ein klassischer, der sich auch für leichte Polsterarbeiten geeignet.

Ein feingewebter etwas festerer, für Rokokokleidung typischer französischer Streublumenstoff, der das Muster in glänzenden (Seiden) Fäden auf dem matten Untergrund bildet. Stark stilisierte Blütenranken wechseln sich mit kleinen Rocaillelementen ab. Besonders an diesem Stoff sind die Farbschattierungen, die das Muster im fast gleichen Farbton und in einer Kontrastfarbe bilden. Außerdem bekommt das Gewebe dadurch eine besondere Dichte, dass die beiden Musterfarben im gesamten Gewebe als feiner Köper auf der Rückseite mitgeführt werden.

Eine rautenförmige, symmetrisch angeordnete großzügige Akanthusranke kündigt hier schon die strengeren Linien des Klassizismus an, die eingewebte heraldische Lilie spricht für ein französisches Muster.
Sehr weichfließender atlasbindiger Stoff in Seidenoptik, das Akanthusmotiv hebt sich durch einen schwarzen Grund besonders vom silberdurchwirkten Hintergrund mit kleinen heraldischen Lilien ab. Dieser Stoff ist sehr gut für weichfließende Schnitte oder als Vorhangstoff geeignet.

Ein asiatisch inspiriertes Muster mit stark stilisierten Paisley und Lotoselementen, eigentlich zeitlos - aber die filigranen Füllungen und der "Spitzenbesatz" deuten auf die Vorliebe der barocken Weberei für Spitzenornamentik, weshalb ich die Enstehungszeit in die Louis-quatorze Zeit setzen würde. Auf Wunsch auch ohne Metall als Damast erhältlich.

Stoffe der Wiener Werkstätte von der Weberei Backhausen

war ein Zusammenschluss von bildenden Künstlern - Architekten, Malern etc. - deren Anspruch es war, funktionalen Gegenständen des Alltags eine ästhetisch ansprechende Form zu geben.
Um die Jahrhundertwende entwarf ein Architekt nicht nur ein Gebäude, sondern übernahm auch die komplette Innenraumgestaltung von den Türen, Böden, Möbeln bis zu den Musterungen der Tapeten, Teppiche, Gardinen, Polsterstoffe, Lampen oder des Porzellans. Er erstellte ein Gesamtkunstwerk, welches Funktion, Anspruch und Ästhetik vereinte.
Für die Umsetzung seiner Ideen und zeichnerischen Entwürfe war der Architekt auf die Zusammenarbeit mit kreativen und flexiblen Handwerksfirmen angewiesen - Tischlereien, Zimmermannsbetriebe, Porzellanmanufakturen und natürlich auch Webereien. Im stetigen Dialog erfuhr der Künstler, inwieweit seine Vorstellungen technisch umsetzbar waren, die Firma hatte die Möglichkeit, ihr handwerkliches Können in zeitgenössisch-moderner Form umzusetzen und dadurch eine gute Auftragslage.
Einen Großteil ihrer Entwürfe für Textilien ließ die WW bei der seit 1849 bestehenden Weberei Backhausen fertigen, mit deren damaligen Inhaber Prof. Josef Hoffmann bald eine Freundschaft verband. Aus diesem Grund erhilet die Firma Backhausen 1932 nach Aufgabe der WW auch die Originalentwürfe zum exklusiven Vertrieb. Bisher wurden ca. 3500 Entwürfe gesichtet.. Bis heute wurden erst ca. 1500 Entwürfe gesichtet - also ein unermesslicher Schatz!
Wenn man heute einen solchen Stoff kauft, kauft man also einen Originalstoff, bei dem der Entwurf des Künstlers genau seinen Vorstellungen entsprechend umgesetzt wird. Das ist einzigartig!