wurde der Stoff als Gewand verarbeitet.
: Dieses in meinen Augen einfach notwendige "königliche" Purpur/ Weinrot habe ich extra färben lassen. Das ist bei so kleinen Mengen natürlich sehr aufwändig.
Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen!!! Ein unvergleichlich warmer Farbton. Die Bilder sprechen für sich.
Stammt aus der Antike, Ursprung wahrscheinlich Indien - Mischwesen mit Adlerschnabel,
Krallenfüßen, Flügeln und Löwenkörper (ursprünglich Stierkörper). 1 Beliebtes
altpersisches Motiv, bei den Sassaniden (260 - 650) Symbol königlicher Macht -
dieses Motiv wurde nicht von der byzantinischen Weberei übernommen 4, stammt im
europäischen Raum aus dem islamisch beherrschten Sizilien (islam. Herrschaft ab 650
in Persien, ab ca. 700 auf Sizilien)
Inv.Nr.84,279/38 (um 1100,Irak)
Altpersisches Motiv, diese strenge Aufteilung in Medaillons mit paarigen Tieren,
getrennt durch den Lebensbaum hielt sich in der Weberei bis zum Ende des 13.
Jahrhunderts, dann erst fand ein allmählicher Übergang zum Spitzoval statt. Sie
wurde von der byzantinischen, sizilianischen und später spanischen Seidenweberei
übernommen.
Inv.Nr.87,747/18 (7.-8.Jhd.Ägypten oder Syrien); Inv.Nr.84/281/64 (12.Jhd.,Spanien
- Aufteilung Medaillons / Kreise / 8Eck-Stern im Zwickel entspricht unserem Stoff)),
Inv.Nr.84,299/84 (13.Jhd,Spanien - Medaillonrahmen wie unserer)
Inv.Nr.82,1172(2.Hälfte 11.Jhd.,Byzanz - mit Ranken gefüllter Medaillonrahmen)
Greifenmedaillon : vermutlich sizilianisch, 11. / 12. Jahrhundert
Durch die Kreuzfahrerstaaten konnten die Italiener im 12. Jhd. im gesamten
Mittelmeerraum Hafenstützpunkte errichten, nach 1261 errichteten die Genueser
Handelsniederlassungen und Kolonien an den Küsten des Schwarzen Meeres und
öffneten damit das direkte Tor nach China. (Marco Polo bereist bis 1295 Asien).
Dadurch gelangten chinesische Seidenbrokate in die Webereien von Lucca und Venedig
und beeinflussten deren Stil nachhaltig. Diese neuen Musterungen setzten die
italienischen Seidenwebereien im 14. Jhd. an die Spitze Europas - vor die die
Spanischen.
MA 0100 Mittelalter "Fabelwesen" ca. 1420-1450
Die gegenständigen Sphinxen, das sind menschenköpfige Flügellöwen, tauchen erstmals in
der assyrischen Kunst auf, von wo sie von der hellenistischen, dann
von der persischen und später von der islamischen Kunst übernommen
werden. Ein sehr schönes Beispiel ist der Spinxenstoff von Vich im
spanisch - islamischen Katalonien aus dem 12.Jh., bei Otto von Falke Abb.189.
Ich habe einen ähnlichen Stoff einer Danziger Kasel, der um 1430 gewebt wurde, gefunden, siehe Original. Anfang des 15. Jahrhunderts wurden noch Tierstoffe, wahrscheinlich in Venedig, gewebt - erst gegen Mitte des Jahrhunderts verschwanden sie.
Fabelwesen
Abegg,Tafel 28 (14.Jhd.,Italien-menschgesichtige, geflügelte Hirsche)
Fabelwesen : sphinxartige Wesen mit bekröntem Menschenkopf, Flügeln und
Löwenkörper (Sphinx stammt aus der antiken Mythologie s. Ägypten); zwischen
ihnen ein Lebensbaum, Anfang bis Mitte 14. Jhd. in der Übergangszeit vom Medaillon
zum Spitzoval
MA 0900 Mittelalter Replik "Fonghoang" ca.1300-1330
Das Original findet sich als Abb.386 in Otto von Falkes Werk als
Bestandteil des Kunstgewerbemuseums Berlin. Es stammt aus einer
italienischen Weberei (wahrscheinlich Venedig) und entstand im 1.Viertel
des 14.Jh..Charakteristisch für die Seidenbrokate dieser Weberei ist ein
dunkel - einfarbiger atlasbindiger Grund und ein Muster vorwiegend
in Gold, ergänzt mit einem hellen zartfarbigem Figurschuss. Hier
besteht das Muster aus versetzt angeordneten steigenden und fliegenden
Vögeln zwischen Pflanzenranken - Brokate der gleichen Weberei
finden sich auf einer Kasel in Köln (siehe nächstes Muster)und einer Dalmatik in Halberstadt.
Sie ähneln sehr stark chinesischen Brokaten wie dem Stralsunder
Pfauenstoff, die ihren Weg nach Europa gefunden hatten und die
Seidenweberei stark beeinflussten. China ist zweifellos das Ursprungsland
der unpaarigen, unsymmetrischen und heftig bewegten Tiermuster.
Fonghoang
Reiherartiger chinesischer Vogel.
Der Fonghoang, als das chinesische Symbol der Kaiserin das weibliche
Gegenstück des Drachen, wurde im 14. Jh. in Italien und Persien
eines der gangbarsten Textilmotive. Während ihn die ostasiatische
Kunst von seiner Naturform, dem in China heimischen Goldfasan, durch
fortgesetzte Stilisierung weiter und weiter entfernt hatte, führte
ihn die Gotik allmählich wieder auf natürliche Vogeltypen zurück,
so dass oft nur noch gewisse chinesische Bewegungen oder flatternde
Federn die asiatische Herkunft verraten.
Inv.Nr.K6125/118 und 62,90/120 (Mitte 14.Jhd.,Italien - 62,90/120 entspricht
nahezu unserem Stoff; war die Vorlage)
Fonghoang : venezianisch Anfang des 14. Jahrhunderts
.
Um eine stilisierte Frucht (vermutlich eine Ananas) ranken sich Akanthusblätter und verschiedene Fantasieblüten.
Beim oberen Stoff erkennt man schon deutlich Tulpen, außerdem geschwungene Bänder, weitere Blüten und Ornamente.
.
Ein sehr exquisiter Polsterstoff, dessen Muster durch den hohen Anteil feinster Metallfäden edel schimmert, unmöglich, die tatsächliche Schönheit in Bildern wiederzugeben! Bei Interesse versenden wir gern Leihmuster.
Auf Wunsch auch als Atlas mit hancoloriertem Muster in Gobelinstichoptik lieferbar siehe Detailbild.