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Bedenkt man, dass ein guter Weber im Jahr gerade mal einen Quadratmeter schafft,
ist es verständlich, warum sie schon im Mittelalter zu den kostbarsten Wertgegenständen
gehörten.
Ausgeübt wurde diese Form der Webkunst bereits im 2.Jahrtausend vor Christus in
Mesopotamien, nach Europa gelangte sie im Mittelalter durch die Kreuzzüge.
Das älteste Zeugnis abendländischer Bildwirkerei stammt aus dem 11. Jahrhundert
und ist rheinischen Ursprungs.
Allmählich traten sie an die Stelle der gestickten Bildteppiche (der Bekannteste
ist der von Bayeux).
Durch stetige Verfeinerung und Vervollkommnung der Webkunst und die Zusammenarbeit
mit bedeutenden Malern als Vorlagenzeichner entstanden schließlich im 14. und 15.
Jahrhundert zahlreiche wunderschöne Meisterwerke, von denen eine stattliche Anzahl
erhalten geblieben ist.
Verwendung
Tapisserien waren aufgrund ihrer Kostbarkeit ein sichtbares Zeichen von Reichtum und
Macht ihres Besitzers.
Sie waren aber nicht nur dekoratives Element, sondern ihr wichtigster Nutzen war der
Wärmeschutz (nicht nur an der Wand, sondern auch als Stuhlkissen, Banklaken, Rücklaken,
teilweise Bodenbelag.
Zunächst dienten sie vor allem der Prachtentfaltung des Adels.
"Wollte man nun den Saal noch prächtiger ausschmücken… So wurden die Wände mit kostbar
gewirkten Teppichen behängt…Sie wurden mit Ringen an entsprechende Gestelle aufgehängt…
und diese Gestelle ließen noch einen Zwischenraum frei, so dass sich wohl Einer hinter
den Teppichen verbergen konnte. Die Borte der Teppiche wurde zur größeren Zier auch mit
Schellen besetzt, das ganze Tuch parfümiert."
(aus Dr. Alwin Schultz: Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger)
Sie fanden Verwendung als Festdekoration bei Prozessionen, Feiern und großen
Festlichkeiten und dienten der behaglichen Ausschmückung von Zelten und vorübergehenden
Wohnungen (sie waren ein wichtiges Reiseutensil, wie zahlreiche Quellen belegen).
Sie wurden in der Politik als wertvolles Gast- und Bündnisgeschenk eingesetzt und
schmückten die Wohnräume (Kemenate) des Burgherrn.
Viele bedeutende Werke verdanken wir dem Reichtum der Burgunderherzöge.
Des Weiteren fanden sie zahlreiche Verwendung in der kirchlichen Liturgie.
"Teppiche und Wandbehänge von wunderbarer Vielfalt der Darstellung, die durch die
Feinheit und Schönheit des Kunstwerkes die Betrachter mit Bewunderung erfüllen."
(Zitat aus dem Chronicon Moguntium über den Mainzer Dom)
Sie dienten der prächtigen Ausschmückung der Gotteshäuser an hohen Festtagen als
"würdiger Gesamtrahmen" und vermittelten dem leseunkundigen Volk als "Bildteppiche"
Glaubensinhalte. Nicht nur die Wände, auch die Altäre, Zwischenräume und teilweise die
Dachstühle wurden mit ihnen geschmückt!
Sie wurden so hoch geschätzt und entsprechend behandelt, dass sich gerade in Kirchen
und Klöstern viele Exemplare erhalten haben.
Oft waren es Stiftergaben reicher Bürger und Adliger - ein sichtbares Zeichen für Rang
und soziale Stellung des Stifters.
Mit zunehmender Prachtentfaltung städtischer Bürger, insbesondere der Kaufleute gelangten
sie auch in gehobene bürgerliche Haushalte, wo sie vor allem in den repräsentativen
Räumen der Patrizierhäuser und in den Frauengemächern angebracht wurden.
Aufgrund gleicher stilistischer und qualitativer Merkmale (oft verbunden mit einem
bestimmten Maler) lassen sich folgende bedeutende spätmittelalterliche Werkstätten
unterscheiden:
Französischsprachiger Raum (Burgund):
Arras (bis 1460)
Tournai (ab 1460)
Deutschsprachiger Raum:
Nürnberg (fränkisch)
Südostdeutsche Tapisserien (kein genauer Standort)
Rheinische Tapisserien (ober- und mittelrheinisch)
Strassburg (elsässisch)
Basel (schweizerisch)
Brüssel (ab 1480)
Zur Webtechnik
Der farbige Schuss wird nicht durch das ganze Gewebe geführt, sondern kehrt am Ende der
jeweiligen Farbe wieder um.
Das Gewebe besteht sozusagen aus vielen farbigen Flecken, jede Farbfläche ist separat.
Die zwischen zwei Farben entstehenden offenen Stellen werden auf drei Arten vermieden:
Hinterher vernähen;
Ein Verhängen der Schussfäden ineinander, bevor sie umkehren;
Die Schraffurtechnik, bei der Fäden angrenzender Farben strähnenartig gezackt ineinander
greifen, so dass die eine Farbe immer mehr ab-, die andere immer mehr zunimmt.
Bei der frühen europäischen Weberei wurden die Farbflächen in mehrere abgestufte Töne
zerlegt und mosaikartig flächig gewebt. (wie Kinder malen)
Erst im Spätmittelalter war das Können der Wirker so gewachsen, dass die aufwändige
Schraffurtechnik entstehen konnte. Sie soll die feinen Farbübergänge nachbilden, die
die räumlich-plastischen Vorlagen der Maler vorgeben.
Die spätmittelalterlichen Tapisserien unterscheiden sich nicht nur durch ihre Motive,
sondern auch durch ihre kräftigen, eher dunklen Farben von den hellen, pastellfarbigen
Erzeugnissen späterer Epochen.
Die bekanntesten Spätmittelalterlichen Motive:
Fabeltiere, insbesondere das Einhorn
Fabelwesen:
Zusammensetzung verschiedenster Tiere und vereinzelt menschlicher Körperteile
Gezähmt-Werden und Gezähmt-Sein ; Metapher für die unkontrollierbaren (unchristlichen) menschlichen Triebe und Prozess der Selbstbezwingung, auch
Zähmung des "Wilden Tieres" im Manne durch die Frau
Wilde Menschen:
Darstellung immer behaart oder im Fellgewand. Im Spätmittelalter romantisch verklärt - zwanglos und frei von gesellschaftlichen Normen lebende Menschen, nur den eigenen Regeln unterworfen, liebenswert und
friedfertig im Einklang mit der Natur, das ideale Naturwesen
Themen der Minne- und Heldendichtung
Antike Mythologie
Paradiesische Gärten
Mille Fleur (kleingeblümte Hintergründe)
Wappenteppiche (Familien - und Allianzwappen)
Fabeltiere/ Wilde Menschen
Fabeltiere tauchen auf zahllosen spätgotischen Bildteppichen aller Regionen sowie
in nahezu allen anderen Kunstgattungen der Zeit auf. Solche fantastischen Mischwesen,
die aus Teilen verschiedener Tiere zusammengesetzt sind und dabei mannigfaltige Kraft
und Wildheit besitzen, sind die absolute Verkörperung wilder Natur.
Abgesehen vom Einhorn und dem Vogel Greif ist in der Regel eine eindeutige Benennung
der Fabeltiere nicht möglich. Meist sind sie aus den Körperteilen völlig verschiedener
Tiere zusammengesetzt, mehrfarbig mit Raubvogelkrallen, Pferdehufen, Schwimmhäuten,
Löwenschwänzen, gesträubten Federn und Haarzotteln, gefleckten Raubkatzenfellen,
Dromedarhöckern, aufgerichteten Kämmen, kämpferischen Hörnern, fletschenden Zähnen
und flammenden Zungen, krallenbesetzte Pranken konkurrieren mit Vogelklauen, ja sogar
menschenähnliche Extremitäten können integriert sein. Manche "Teiltiere" sind zu
erkennen, andere entspringen völlig der Fantasie ihres Schöpfers bzw. mit
verschiedenen Attributen sollen bestimmte Eigenschaften dargestellt werden. Da Gobelins
auch "Bildteppiche" sind, die dem damals noch des Lesens und Schreibens unkundigen
Großteil der Bevölkerung Botschaften vermitteln sollen, bediente man sich sehr vieler
Metaphern und allegorischer Darstellungen. Blumen und Edelsteine standen für bestimmte
Eigenschaften, aber auch viele Tiere, beispielsweise:
Einhornkopf - Sinnbild der Keuschheit
Pferdekopf - Sinnbild der Kampfeslust
Basiliskenkopf - Sinnbild des Neides
Bockshörner - Sinnbild der Unkeuschheit
Rehgehörn - Sinnbild des Wankelmutes
Eberhauer - Sinnbild der Wildheit
Löwe - Sinnbild der Majestät, Stärke und des Mutes
Für uns heute sehr verkomplizierend wurden vielen Tieren gleich mehrere, mitunter
gegensätzliche Eigenschaften zugeordnet.
Die Fabeltiere finden sich immer im Zusammenhang der Darstellung für Kampf
oder Unterwerfung, für Bezähmt-Werden oder für Bezähmt-Sein. Die gegnerischen
Kämpfer bzw. die Bezwinger sind entweder Edelleute, meist Männer und Frauen,
oder aber Wilde Leute. Trotz all ihrer Kraft und Wildheit werden sie selbst von
unbewaffneten und zartgliedrigen Jungfrauen gebändigt. Diese Darstellung von
Fabeltier und Jungfrau oder von Bestie und Jüngling steht als Metapher für die
Bezähmung der unkontrollierten menschlichen Triebe und den Prozess der
Selbstbezwingung: das wilde Tier (der menschliche Trieb) muss zum Wohle eines
zivilisierten, gemeinschaftlichen Gesellschaftslebens eigenverantwortlich gezähmt
werden. Treten Jüngling und Jungfrau gemeinsam gegen die Fabeltiere - oder aber
gegeneinander an - so kann auch die Bezähmung des anderen Geschlechtes, die
partnerschaftliche Domestizierung (das Tier im Manne!) gemeint sein. Am Ende
dieser "Bändigung" steht die "permanente Zähmung".
Wilde Leute, Männer wie Frauen, sind Fabelwesen, die in der ungezähmten, wilden
Natur abseits der Städte ein nur den eigenen Regeln unterworfenes Leben führen.
Sie sind - abgesehen von Gesicht, Händen und Füßen, bei Frauen auch den Brüsten,
entweder vollständig behaart oder mit einem Fellgewand bekleidet. Oft tragen
sie Steine, Keulen oder Spieße als Waffen.
Im Laufe des Mittelalters wandelte sich das Wesen der Wilden Leute. Im
Hochmittelalter wurde der Europa fast vollständig bedeckende undurchdringliche
Wald als bedrohlich angesehen, bewohnt von furchteinflößenden Kreaturen - wilden
Tieren und Menschen, Dämonen und Geistern. Die "Wilden Leute" gelten als gefährlich
und unberechenbar, sie töten jeden, der ihnen auf ihrer "wilden Jagd" zu nahe
kommt. Mit einer größeren Siedlungsdichte im 14. und 15. Jahrhundert und größeren
Orten mit viel mehr Einwohnern verändert sich das Gefühl der Menschen dem Wald
und damit auch den Wilden Leuten gegenüber. Die (wilde) Natur wird nun zu einem
Bereich, der, anders als die Stadt und das sie umgebende Umland, frei ist von
gesellschaftlichen Normen und Zwängen ("zurück zur Natur"). Der Wald wird
idealisiert und zum Freiraum des Städters oder des Höflings; er wird zum Ort
des minnenden Ritters und der Liebespaare. Die Wilden Leute sind jetzt liebenswerte,
friedfertige Wesen, die im Einklang mit der Natur leben und arbeiten. Wilder
Mann und Wilde Frau begegnen sich als Liebende, die abseits der Zivilisation das
Ideal der Treue (zu) erreichen (suchen) und in gemeinschaftlicher Arbeit sich
und ihre Familie ernähren und Kinder großziehen. Aufgrund dieses idyllischen
Seinszustandes und der heiteren Gemütslage werden die Wilden Leute im 15.
Jahrhundert zu einem beliebten Thema höfischer und anderer nobler Feste, bei
denen man in der Maske des Wilden Mannes oder der Wilden Frau die mit dem Thema
verbundenen Freiheiten zu verwirklichen.
So traten am Drei-Königs-Tag 1435 in Basel zur Unterhaltung des Stadtadels
und der Konzilteilnehmer "zwölf Maskierte auf und tanzten einen Tanz; dann
kleideten sie sich um und erschienen mit Instrumenten. Hinter den Musikern
traten 24 Personen ein, die wie Wilde gekleidet waren, mit langen, bis zum
Boden herabfallenden Haaren, halb rot, halb grün, mit Schilden am Arm, und
mit Keulen aus Leinwand, gefüllt mit Werg; man machte ihnen freien Raum und
da begann ein lebhafter Kampf, indem sie mit ihren Keulen einander auf die
Köpfe und um die Schultern schlugen. Zuletzt ließen sie voneinander und machten
einen Tanz. Darauf entspann sich ein neuer Kampf, und mehr als einer fiel wie
tot hin. Hierauf verabschiedeten sie sich von den Damen. Alsdann wurde der
allgemeine Tanz fortgesetzt bis zum Morgen", so der venezianische Gesandte
Andrea Gattaro in seinem Tagebuch.
Die Verkleidung als Wilde Leute war aufgrund der damit verbundenen
Ausgelassenheit zwar äußerst beliebt, aber auch gefährlich, wie der berühmte
"bal des ardents", den die französische Königin Isabeau de Baviere anläßlich
der Hochzeit einer ihrer Hofdamen abhielt, zeigt. Wie verschiedene, von
einander unabhängige Quellen berichten, wäre das Vergnügen, ein Wilder Mann
zu sein, für König Karl VI. bei diesem "Tanz der Brennenden" beinahe tödlich
ausgegangen:
"Mitgerissen von den Ratschlägen einiger junger Seigneurs seines Hofes, wollte
sich aber auch der König, der sich zu leichtsinnig gehen ließ in seiner Lust
auf Vergnügungen, dieses Divertissement gönnen. Er nahm fünf von ihnen mit
sich, (gekleidet als) aneinandergekettete Wide, alle ganz mit Fell bedeckt.
Ihre Verkleidungen saßen hauteng am Körper, waren überzogen mit Fell, hergestellt
aus Linnen, Flachs oder mit Harzpech angeklebtem Werg, und waren mehrfach
eingefettet, um noch besser zu glänzen. (...) Danach maskierten sie sich das
Gesicht, betraten den Saal unter dieser abscheulichen Verkleidung, die sie
unkenntlich machte, und rannten mit zotigen Gesten und unter grässlichem
Geschrei und nachgeahmtem Wolfsgeheul kreuz und quer durch den Saal. Ihre
Bewegungen waren nicht minder anstößig als ihre Schreie. (...) Während die
jungen Seigneurs an nichts anderes dachten, als sich zu divertieren, warf
einer der Anwesenden, wohl ohne vorauszusehen, welches Übel er anrichten
konnte, einen Funken auf einen derer, die zu der Maskerade gehörten. Im Nu
fingen die brennbaren Kleider der Tänzer Feuer. (...) Die verzehrende Flamme
züngelte bis zur Decke hinauf. Das flüssig gewordene Pech troff an ihren
Körpern herab und sengte sich ihnen ins Fleisch."
Dank der Geistesgegenwart einer der Hofdamen, die den König mit einem Mantel
bedeckt und so die Flammen erstickt, kann Karl VI. gerettet werden; ein anderer
schafft es, sich aus dem Verband loszureißen und sich in der Flaschenkammer in
einen Kühlbottich voller Wasser zu werfen. Die übrigen waren "beinahe eine
halbe Stunde die Beute dieser Qualen. Während sie versuchten, das Feuer zu
ersticken, während sie sich die Gewänder aufzureißen suchten, brannten und
verkohlten sie sich die Hände. Das Feuer verzehrte auch die unteren Partien
ihres Körpers, und ihre Mannesglieder, welche in Fetzen abfielen,
überschwemmten den Saalboden mit Blut."
Wandteppich "Europakarte Reichskönigin" Münster-Ptolemäus Best.Nr. W1010
Bei dieser Karte handelt es sich um eine Illustration aus Sebastian Münsters lateinischer Version der "Geographia Universalis" des Ptolemäus.
Ptolemäus, ein Grieche, lebte im 2. Jahrhundert und ist der erste nenneswerte Geograph.
Sebastian Münster (1488-1552) verfasste mehrere geographische Werke wie die "Germania descriptio" (1530), die "Mappa Europae" (1536) und die illustrierte
lateinische Übersetzung des Werkes von Ptolemäus, dem auch die Darstellung Europas als Reichskönigin entstammt, allerdings mit den Attributen des 16. Jahrhunderts.
Sein bekanntestes Werk war übrigens die "Cosmographia" - die älteste erhaltene "Beschreibung der ganzen Welt und allem , was darinnen ist".
Sie war eines der populärsten Werke des 16. Jahrhunderts und wurde allein in diesem 100 mal aufgelegt.
Wandteppichserie "Apokalypse von Angers - Feuer, Gestirne, Obstbaum, Baum im Gewitter"
Motive aus dem berühmten "Teppichzyklus der Apokalypse", der von 1373-1380 von
Nicolas Bataille, dem berühmtesten Weber von Paris, nach Entwürfen von
Hennequin von Brügge gewebt wurde. Es handelte sich um einen Auftrag vom
Duke Louis 1. von Anjou.
Er ist nicht nur die älteste erhaltene Teppichserie Frankreichs, sondern
wahrscheinlich auch der größte je gewebte Teppichzyklus. Auf sieben
Teppichen, sechs davon je 24 Meter breit und 6 Meter hoch sind 84 Szenen aus
der Apokalypse zu sehen. Die Szenen sind auf jedem Teppich in zwei Reihen
übereinander, abwechseln mit rotem oder blauem Hintergrund, so dass eine Art
Schachbrettmuster entsteht.
Wir bieten fünf Ausschnitte an, die wie Entwürfe moderner Künstler wirken, und nicht wie
über 600 Jahre alte Elemente einer apokalyptischen Vision: ein loderndes Feuer, die Gestirne und zwei Baummotive.
Das fünfte Motiv finden Sie unter der Rubrik Mittelalter.
Die Originale sind in eigens dafür erbauten Räumen auf dem Burgplateau von
Angers, im Chateau du Roi Rene, ausgestellt.
Wandteppich "Ehret die Frauen" Best.Nr. W1030
Mittelalterlicher Wandteppich nach einem Entwurf von Marianne Stokes, die mit viel Liebe zum Detail und "mittelalterlichem Fachwissen" die Details entworfen hat: Der Faltenwurf der Gewandung, die mittelalterliche Laterne der Frau rechts, die prunkvolle Gewandung mit dem Lilienumhang der mittleren Frau, die typischen deutschen Kopftücher der ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts, wie sie zum Beispiel Dürer oft gezeichnet hat, die Rüstungen der Männer...
Der Wandteppich wurde 1912 von der Weberei "Morris und Co" in UK gewebt, das Original befindet sich heute in der Art Gallery Manchester.
Außer dem Spruchband finden sich über den Männern rechts und links die Worte "Schutz" und "Treue", unten im Spruchband "Pflege", "Liebe" und "Wissen".
Eine wunderschöne Hommage an das weibliche Geschlecht und gleichzeitig ein sehr mittelalterliches Motiv!
Würde der Frauen
Ehret die Frauen! sie flechten und weben Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand.
Ewig aus der Wahrheit Schranken
Schweift des Mannes wilde Kraft;
Unstät treiben die Gedanken
Auf dem Meer der Leidenschaft;
Gierig greift er in die Ferne,
Nimmer wird sein Herz gestillt;
Rastlos durch entlegne Sterne
Jagt er seines Traumes Bild.
Aber mit zauberisch fesselndem Blicke
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidener Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der frommen Natur.
Feindlich ist des Mannes Streben,
Mit zermalmender Gewalt
Geht der wilde durch das Leben,
Ohne Rast und Aufenthalt.
Was er schuf, zerstört er wieder,
Nimmer ruht der Wünsche Streit,
Nimmer, wie das Haupt der Hyder
Ewig fällt und sich erneut.
Aber, zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mit liebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher, als er, in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.
Streng und stolz, sich selbst genügend,
Kennt des Mannes kalte Brust,
Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
Nicht der Liebe Götterlust,
Kennet nicht den Tausch der Seelen,
Nicht in Thränen schmilzt er hin;
Selbst des Lebens Kämpfe stählen
Härter seinen harten Sinn.
Aber, wie leise vom Zephyr erschüttert,
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Fraun.
Zärtlich geängstet vom Bilde der Qualen,
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Thau.
In der Männer Herrschgebiete
Gilt der Stärke trotzig Recht;
Mit dem Schwert beweist der Scythe,
Und der Perser wird zum Knecht.
Es befehden sich im Grimme
Die Begierden wild und roh,
Und der Eris rauhe Stimme
Waltet, wo die Charis floh.
Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Scepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht.
Wandteppich "Mittelalterliche Burg" Best.Nr. W1020
Motiv aus dem berühmten "Teppichzyklus der Apokalypse", der von 1373-1380 von
Nicolas Bataille, dem berühmtesten Weber von Paris, nach Entwürfen von
Hennequin von Brügge gewebt wurde. Es handelte sich um einen Auftrag vom
Duke Louis 1. von Anjou. Möglicherweise waren die Wandteppiche als prunkvolle
Ausstattung für die Räume des um 1370 von Louis gegründeten "Ordre de la
Croix", des Kreuzordens gedacht.
Er ist nicht nur die älteste erhaltene Teppichserie Frankreichs, sondern
wahrscheinlich auch der größte je gewebte Teppichzyklus. Auf sieben
Teppichen, sechs davon je 24 Meter breit und 6 Meter hoch sind 84 Szenen aus
der Apokalypse zu sehen. Die Szenen sind auf jedem Teppich in zwei Reihen
übereinander, abwechseln mit rotem oder blauem Hintergrund, so dass eine Art
Schachbrettmuster entsteht.
Die Originale sind in eigens dafür erbauten Räumen auf dem Burgplateau von
Angers, im Chateau du Roi Rene, ausgestellt.
Hier ist eine perfekte mittelalterliche Burg, die das neue Jerusalem
darstellt, zu sehen.
Vier weitere Motive erhältlich - da sie jedoch eher modern anmuten, finden
sie sich in der Rubrik Zeitlos schön.
Wandteppich "Baillee des Roses" Best.Nr. W1090
Das Original entstammt von 1430-1450 aus Burgund.
Arras und ist ein kleines Stück des Ursprungsteppichs, der sich auf den
Rosenroman bezieht. Heute gehört es zur Sammlung Bardac und befindet
sich im Louvre. Der Wandteppich wirkt außergewöhnlich durch die farbigen
Längsstreifen des Hintergrundes. Eine Dame zwischen zwei Kavalieren, die
mit einer Rose um ihre Gunst werben. Die zeremoniell aufgerichteten hageren
Gestalten, die knochigen Köpfe mit starr unter schweren Lidern
hervorblickenden Augen zeigen das Formenideal der burgundisch-französischen
Maler dieser Zeit.
Wandteppich "La Manta" Best.Nr. W1070
Dieser Wandteppich entstand nach einem der Fresken des
Meisters von La Manta, einer Burg in Italien, die um
1420 nach den Helden des Romans "Le Chevalier Errant" von Tommaso III. entstanden
Er ist Gottfried von Bouillon (ganz links) gewidmet. Er
führte den 1. Kreuzzug (von 1096-1099) an und wurde 1100 zum ersten
abendländisch-christlichen Herrscher von Jerusalem. Er nannte sich "Beschützer des
Heiligen Grabes", ein Jahr später wurde sein Bruder Balduin zum ersten christlichen
König von Jerusalem gekrönt. Dem Stil des
Mittelalters entsprechend wurden die Figuren er nicht in der Mode ihrer
Zeit, sondern in der spätmittelalterlichen Mode des 15.Jahrhunderts
dargestellt bzw. so, wie der Meister von La Manta sich hochrangige Adlige vorstellte.
Wandteppich "Turnier des Kaisers" Artikel: W1230
Bei dem Original handelt es sich um den Wandteppich "Une descente de tournoi a la fin du XVe siecle" des
französischen Künstlers Jean-Paul Laurens (1838-1921).
Er schuf in den Jahren nach 1864 viele große Historiengemälde und
zeichnete den Entwurf für diesen Gobelin, der von 1895 bis 1899 in
der Manufacture Royale des Gobelins gewebt wurde und dazu bestimmt
war, die Wachsäle des National Archivs zu schmücken. Der lateinische
Sinnspruch bedeutet "Tapferkeit und Verlässlichkeit".
Laurens orientierte sich bei seinem Entwurf stark am Stil
spätmittelalterlicher Originale.
Wandteppichserie "Mucha Vier Jahreszeiten 1 - Frühling, Sommer, Herbst, Winter"
Bei den Originalen handelt es sich um Entwürfe des tschechischen Jugendstilkünstlers
Alfons Maria Mucha (1869-1939). Der Zyklus "Jahreszeiten" entsteht als eine Serie seiner sogenannten "panneaux decoratifs".
Panneaux decoratifs sind Kompositionen, die in der Regel auf starkem Papier oder Seide gedruckt waren und als Dekorationen von Wandschirmen
(daher der französische Name) verwendet wurden. In den zumeist als Viererfolgen konzipierten Serien treten weibliche Gestalten als Personifikation von Begriffen und Gegenständen auf.
Bei diesen Wandteppichen ist es gelungen, seine plakative Malerei in eine strukturreiche, lebendige Webkunst umzusetzen, nicht zuletzt durch den hohen Wollanteil wirken die Wandteppiche unglaublich lebendig.
Wandteppichserie "Die Suche nach dem heiligen Gral"
Die Wandteppichserie "Die Suche nach dem Heiligen Gral", umfasst 6 Teppiche.
Sie wurden entworfen von Sir Edward Burne Jones (1833-1898, 1894 zum Ritter geschlagen) und gewebt von der Weberei Morris & Co 1895-1896.
Eine wunderschöne klassisch inspirierte Jugendstilinterpretation
des unsterblichen Artusthemas, die Originale befinden sich heute im
Birmingham Museum.
Die Teppiche mit Löwe, Einhorn und Wappenschilden symbolisieren die Suche nach dem Einhorn, durch die legendären 42
Ritter König Artus. Das Einhorn steht für die Gralssuche der Ritter der Tafelrunde,
dargestellt durch ihre Wappenschilde.
Wandteppich "Einhorn in Gefangenschaft"
Motiv aus einer der berühmtesten mittelalterlichen
Wandteppich-Serien. Diese Serie umfasst 6 Einzelteppiche, entstand um 1495 - 1505 in
den südlichen Niederlanden und befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York.
Das Original hat eine Größe von 368 x 252 cm und darauf blutet das verletzte,
gefangene Einhorn aus zahlreichen Wunden.
Das Einhorn
Heute kennen wir das Einhorn als weißes kleines Pferd mit gedrehtem Horn, im
Mittelalter aber waren die Darstellungen viel variabler. Es hatte die Größe
einer Ziege bis hin zu der eines stattlichen Hirsches, oft zottiges Fell und
gespaltene Hufe und das Horn konnte auch glatt und gebogen sein.
Von allen phantastischen Tieren besitzt das Einhorn eine ebenso lange Geschichte
wie der gleichfalls mythische Drachen. So findet sich schon in der assyrischen
Kunst die Darstellung einer Art Stier mit einem Horn. Als eher pferdeartiges
Tier erscheint es zuerst in griechischen Texten. Julius Cäsar beschreibt um 50 v.Chr.
ein wildes Tier mit einem einzelnen geraden Horn auf der Stirn, das in
Germaniens Wäldern lebt. Buddha erwähnte es, auch in der traditionellen chinesischen
Literatur und in Japan kannte man das Einhorn. Selbst In der Bibel wird das
Einhorn im Buch Hiob wie ein wirkliches Tier behandelt. Besonders häufig findet
sich das Einhorn in mittelalterlichen Bestiarien. Ein Bestiar war eine
Art Textbuch christlicher moralischer Prinzipien, in denen jedes Prinzip und
manchmal sein Gegenteil sorgfältig mit einer Geschichte über ein bestimmtes Tier
in Verbindung gebracht wurde. Bestiarien waren so populär wie heute Tierbücher,
Enzyklopädien über die merkwürdigen und wunderbaren Tiere der Erde (viele gibt
es tatsächlich, einige existieren jedoch nur im Volksglauben, wie Basilisk, Kentaur,
Manticora, Drache, Yala etc.).
Bestiarien
- Physiologus. 2. Jh. ( Physiologus. Aus d. Griech. übers. u. hrsg. von Ursula Treu. Hanau 1981)
- Isidor von Sevilla: Etymologia. Buch 12: De animalibus. 6./7. Jh.
- Honorius Augustodunensis: De bestiis et aliis rebus (Von Tieren und anderen Dingen). 11. Jh.
- Philippe de Thaon: Bestiaire, um 1121
- Hugo von Sankt Viktor: Liber de bestiis et aliis rebus, 12. Jh.
- Guillaume le Clerc: Bestiaire divin, um 1210
- Bestiario moralizzato, 14. Jh.
Seinem Horn wurde die Fähigkeit zugeschrieben, Gift entdecken und neutralisieren zu können.
Dementsprechend hoch gehandelt wurde es an den europäischen Adelshöfen (es handelte
sich dabei um das Horn des Narwals, das heute noch viele Sammlungen beherbergen).
Es galt als ein wildes und freies (jedoch nicht angriffslustiges) Tier, das nur von
einer Jungfrau gefangen werden konnte. Von ihrer Reinheit und Bescheidenheit ins
Herz getroffen, hält das Einhorn bewegungslos inne. Als das Einhorn erst einmal definitiv
mit der Dame in Verbindung gebracht worden war, übernahm es viele Aspekte ihrer Reinheit
und Keuschheit und dies so sehr, dass das Einhorn nicht nur die Präsenz der Keuschheit
bedeutete, sondern dass es selbst gezeigt wurde, wie es Flüsse und Bäche reinigt,
indem es sein Horn ins Wasser hält. In Hinblick auf die Reinheit entspricht dem Einhorn
übrigens das nordeuropäische Große Wiesel, nach seinem weißen Winterpelz mit der
schwarzen Schwanzspitze auch Hermelin genannt. Die Roben der britischen Richter werden
noch heute mit Hermelin oder einer synthetischen Kopie besetzt, um ihre reinen Beweggründe
zu symbolisieren.
Das Motiv der Dame mit dem Einhorn symbolisierte jedoch gleichzeitig auch die Darstellung
des Liebhabers im Banne der Geliebten.
Vor dem Beginn des 16.Jahrhunderts war die mystische Natur des Einhorn - Fangens
zu einer Metapher des Liebenden geworden, der von der Zuneigung zu seiner Geliebten
bis zur Selbstaufgabe überwältigt wird. Man kann auch sagen, die Frau zähmt das wilde
ungezügelte Verlangen im Mann (symbolisch das Einhorn) und kultiviert es in der Ehe
(Einhorn in Gefangenschaft).
Darstellungen der Jagd auf ein Einhorn beruhen nahezu immer auf der Hirschjagd, einer
besonderen adligen Freizeitbeschäftigung, die von strengen Regeln bestimmt wurde. Ganze
Bücher sind darüber verfasst worden.
Die Dame und das Einhorn
Darstellungen der Dame mit dem Einhorn finden sich überall in der mittelalterlichen
Kunst und im Kunsthandwerk: auf elfenbeinernen Minnekästchen oder Spiegelkapseln,
in zahlreichen illuminierten Handschriften, auf kleinen niederländischen
Kupferstichen und auf den großen französischen, aber auch auf deutschen
Tapisserien. Eine der großen erhaltenen Teppichserien, genannt "Die Jagd auf
das Einhorn" befindet sich heute im Metropolitan Museum in New York, The Cloisters,
die andere, genannt "Die Dame und das Einhorn", befindet sich im Cluny Museum
in Paris. Beide entstanden Ende des 15.Jahrhunderts, beide sind noch durch und
durch gotisch. In der Gotik waren Tapisserien auch und vor allem "Bildteppiche"
voller Allegorien, Metaphern, Symbole und visueller Hinweise für die noch
größtenteils analphabetischen Betrachter. Es ist für uns heute jedoch sehr
schwer, das Dargestellte richtig zu deuten, da vieles mehrere Bedeutungen haben
kann. Die Dame und das Einhorn - das kann die Frau und ihren gezähmten Liebhaber,
aber auch die Jungfrau Maria und Christus darstellen (siehe unter "Einhorn").
Auch für die Teppichserie gibt es mehrere Deutungen.
Sicher weiß man nur eines: sie wurden für Jean Le Viste, den Präsidenten des
französischen Kirchenrates gewebt, denn auf allen ist sein Wappen - auf Rot steht
ein schräger blauer Balken, darauf drei silberne Halbmonde - zu sehen.
Vermutlich waren es mehr als sechs Teppiche, Aufzeichnungen von 1847 berichten
von acht, aus dem späten 16.Jahrhundert von sieben. Seit 1882 befinden sie sich
im Besitz der französischen Nation.
Momentan ist die herrschende Auffassung, dass fünf Teppiche die fünf Sinne
darstellen - den Gesichtssinn (312 x 330 cm), das Gehör (368 x 290 cm), den
Geschmack (375 x 460 cm), das Gefühl (369 x 358 cm) und den Geruch (368 x 322
cm). Der sechste mit dem Schriftzug "A Mon Seul Desir" ("An mein einziges
Verlangen", 376 x 473 cm)) vielleicht die Entsagung von den Leidenschaften
symbolisiert, die die vorangegangenen oder folgenden Sinne hervorgerufen hatten.
Wie kam es zu dieser Interpretation?
Betrachtet man die Dame genauer, so spielt sie einmal eine Art Orgel (das Gehör),
dann bindet sie einen Blumenkranz (der Geruch), nimmt eine Art Konfekt aus einer
Schale (der Geschmack), hält das Horn des Einhorns (das Gefühl) und dann
wiederum lässt sie es sein Gesicht in einem Spiegel betrachten (der Gesichtssinn).
Auf dem Teppich mit dem Zelt legt sie ein wertvolles Geschmeide in ein Kästchen
zurück (sie entsagt ihrem Verlangen).
Das Einhorn ist auf vier von sechs Teppichen lediglich Wappenträger zusammen
mit einem Löwen und spielt keine so zentrale Rolle, wie der Name der Teppichserie
vermuten lässt. Im "Gefühl" berührt die Dame sein Horn, nur im "Gesichtssinn"
spielt es eine wichtige Rolle. Es liegt mit seinen Vorderhufen auf dem Schoß der
(Jung)Frau und erblickt sein Gesicht in einem Spiegel. Es könnte hier auch die
geheime Leidenschaft der Dame oder ihren Liebhaber symbolisieren, der reflektierende
Spiegel in ihrer Hand würde eine Erwiderung dieser Liebe bedeuten.
Alle sechs dargestellten Damen sind verschieden. Die auf vier Teppichen dargestellten
Dienerinnen sollen wahrscheinlich in erster Linie ihren aristokratischen Stand
betonen (deshalb sind sie, wie in der mittelalterlichen Kunst üblich, immer kleiner
als die Hauptperson dargestellt).
Allen Teppichen gemeinsam ist der rote Hintergrund, flächig bedeckt mit Zweigen,
Laubwerk und verschiedenen Tieren, darunter Vögel, Kaninchen, Lämmer, Füchse,
Katzen, Wiesel, Ziegen und Hunde. Die zentralen Figuren befinden sich stets auf
einer vorwiegend blauen "Mille Fleurs" Insel (siehe unter "Mille Fleurs"), aus
der als optische Einrahmung mindestens zwei mitunter eher strauchartige Bäume
wachsen. Es handelt sich um verschiedene Baumarten, die in der mittelalterlichen
Symbolik unterschiedliche Tugenden symbolisieren - beispielsweise die Eiche
Standhaftigkeit. Auf ihr befinden sich auch mehrere Tiere; interessant ist ein
Affe auf drei Teppichen, der an einer Blume riecht (der Geruch) und eine kandierte
Frucht probiert (der Geschmack) und ein weißer Schoßhund auf einem kostbaren
Kissen (Desir).
Auf jeden Fall handelt es sich hier um prachtvolle Beispiele spätmittelalterlicher
Weberkunst, wie sie zu deuten sind und ob sie überhaupt eine tiefere Bedeutung
haben müssen, bleibt jedem Betrachter selbst überlassen… Bei einem Aufenthalt
in Paris empfiehlt sich in jedem Fall ein Besuch des Cluny Museums, das viele
Tapisserien beherbergt.
Die Templer
Der Templerorden wurde 1119 in Jerusalem nahe dem salomonischen Tempel gegründet
(daher der Name). Ursprünglich wollten sie die Sarazenen im Heiligen Land
besiegen und zurückdrängen, was ihnen jedoch nicht gelang. Danach griffen sie
in Europa ein. 1219 kämpften und siegten sie unter dem König von Kastilien in
den Bergen Andalusiens gegen die Sarazenen und es gelang ihnen, den Islam in
Spanien zurückzutreiben. Dafür belohnte der König sie mit vielen Ländereien.
Außerdem durften die Templer als einzige Christen Geld gegen Zinsen verleihen.
Sie entwickelten sich zu einer Elitetruppe des Mittelalters, halb Mönch, halb
Krieger, hochgebildet, mit Mitgliedern in ganz Europa. Die einstigen "armen
Ritter Christi" wurden sehr reich und mächtig - ein zu mächtiger Machtfaktor
in den Augen der Kirche.
Deshalb wurden sie im 14.Jahrhundert der Ketzerei bezichtigt, verfolgt und
verurteilt. Man beschuldigte sie unter anderem der Sodomie, des
Haschischkonsums, der Anbetung eines dreigesichtigen Götzenbildes und eines
Einweihungsrituals, bei dem Christus verleugnet und das Kreuz mit Füssen
getreten werden musste.
1308 begann die Inquisition in Spanien, 1310 folgten Templerprozesse in
Frankreich und 1312 wurde der Orden vom Papst endgültig zerschlagen. Ihre
Ländereien und ihr Vermögen wurden beschlagnahmt, fast alle ihre Schriften
und Dokumente, ebenso ihre unermesslichen Schätze, verschwanden, was den Orden
bis heute sehr rätselhaft und zur Zielscheibe zahlloser Legenden und
Spekulationen macht.
Was erforschten Die Templer in ihren Stätten - geheimes mystisches Wissen,
kosmische Zusammenhänge, Energieadern, Alchemie? Es ist bekannt, dass sie mit
Moslems zusammenarbeiteten und sich so viele technische und mystische
Kenntnisse es Orients aneigneten. Sie müssen auf jeden Fall ein sehr
umfangreiches Wissen besessen haben.
Der Templer gilt heute als der Inbegriff des christlichen Kreuzritters,
als DER Ritter des Hochmittelalters. Sein Wahrzeichen ist das rote Tatzenkreuz.
Wandteppich "Artus - Löwe und Einhorn mit Wappen" Best.Nr. W6230
Ein weiterer Teil der Wandteppichserie "Die Suche nach dem Heiligen Gral" umfasst.
Sie wurden entworfen von Edward Burne
Jones und gewebt von der Weberei Morris & Co 1895-1896.
Es handelt sich hier um eine qualitativ sehr hochwertige Ausführung
mit hohem Wollanteil, die dem Wandteppich einen Handwebcharakter
verleiht.
Er symbolisiert die Suche nach dem Einhorn, durch die legendären 42
Ritter König Artus. Der Löwe steht für die mutigsten Ritter,
dargestellt durch ihre Wappenschilde, die sich auf die Suche nach
dem Einhorn begeben haben.
Hier erfahren Sie mehr über Einhorn.
Wandteppich "Die Legende von König Artus" Artikel: W3180-3200
Wandteppich "Die Legende von König Artus":
Dieser spätmittelalterliche Wandteppich vereint wichtige Szenen aus der Artus - Legende:
Links die geheime Insel Avalon im See und die Dame vom See, nach
Artus Tod Hüterin des Schwerts Excalibur, dann der König hoch zu
Ross mit den Rittern der Tafelrunde in einer prunkvollen
Plattenrüstung, über ihm das Banner mit dem Drachen der Pendragon,
rechts die Burg Camelot und Lanzelot und Königin Guinievre beim
heimlichen Stelldichein im Burggarten.
Über das Original habe ich leider noch nichts herausgefunden, aber zweifellos stammt es aus dem 15. Jahrhundert, der Zeit der brugundischen Herzöge.
Wandteppich "Ich jag nach Truwen" Best.Nr. W4019
Das Original ist ein spätmittelalterlicher Wandteppich oder eine
Kissenplatte, gewirkt um 1480 - 1490 in Strassburg. Er zeigt ein ganz typisches Minnemotiv: ein
Liebespaar auf einem Pferd mit mehreren Jagdhunden, das gemeinsam jagt, über ihm ein
Spruchband in mittelhochdeutsch: "ich jag nach truwen find ich die kein schönre zeit erlebt ich
nie". Hier wird das Rehwild in einem Netz gefangen.
Das Original befindet sich in Glasgow, The Burrell Collection und hat eine Größe von
79 x 88 cm.
Wandteppich "Galanterie - die Jagd" Best.Nr. W9020
Falkenjagd war eine der beliebtesten Beschäftigungen
des Adels in Mittelalter und Renaissance und deshalb auch ein sehr beliebtes
Motiv in der darstellenden Kunst. Dieses Motiv zeigt den Falkner und seinen
Wachmann in der Kleidung um 1500 vor einem Mille Fleur - Hintergrund.
Über das Original habe ich leider keine Informationen.
auch mit Schlaufen erhältlich
Mille Fleurs
Als Mille Fleurs bezeichnet man Bildteppiche mit einem dichten Blumengrund -
sie zeigen vor fast immer tiefblau-schwarzem Hintergrund ein scheinbar undurchdringliches Dickicht der verschiedensten Blattpflanzen, die ohne die Andeutung eines Bodens wild wuchernd emporwachsen; Stiefmütterchen, Gänseblumen, Nelken, Veilchen, Immergrün, Fingerhut, Narzissen und Akelei. Sie sind in der Fläche nebeneinander gesetzt ohne Überschneidung, mehr flach gezeichnet und gleichmäßig stilisiert.
In ihrem realistischen Erscheinungsbild wirken die Pflanzen wie einem
botanischen Lehrbuch entnommen ohne dabei ihren reizvollen dekorativen Charme,
der vor allem durch die üppige Streuung bedingt ist, zu verlieren. Auffällig
ist die Auswahl vergleichsweise "bescheidener", alltäglicher Pflanzen, die an
Feldrain und Wegesrand zu finden sind; auf repräsentative und symbolbeladene
Gewächse wie Rose, Lilie oder Vergissmeinnicht wird verzichtet. Teilweise sind
in der Pflanzenwelt auch kleine Tiere integriert (z.B. bei den Brügger
Tapisserien).
Mit der Absicht, die Schönheit der Natur und das Wunder der Schöpfung in
größter Vielfalt wiederzugeben, mischt der Wirker zwischen seine botanisch
eindeutig bestimmbaren Pflanzen auch solche mit Phantasieformen, wie z. B.
die heraldische Lilie; daneben scheut er sich nicht, Blüten und Blätter
verschiedener Spezies miteinander zu kombinieren und in Phantasiefarben zu
kolorieren. Außerdem ist er bemüht, den individuellen Pflanzenwuchs der Natur
nachzubilden sowie Blüten- und Samenstand zu beobachten. Mit dem Ziel, die
Natur in ihrer ganzen Üppigkeit zu erfassen, lässt er gleichzeitig Pflanzen
aller Jahreszeiten nebeneinander blühen und Frucht tragen.
Mille Fleurs ist eine Schöpfung des 15.Jh., auf Tafelgemälden habe ich sie
bereits im 1.Viertel des 15.Jh. gefunden.
Wandteppich "Segelschiffe" Artikel: W5120
Dieser wunderschöne Wandbehang zeigt eine
Karavelle, ein Schiffstyp, der bereits seit dem Mittelalter
existiert. Die Karavelle war das erste europäische Segelschiff,
das sehr hoch am Wind segeln konnte. Dadurch wurde das Kreuzen
vereinfacht und die Gesamtfahrzeit erheblich verkürzt.
Die auf der iberischen Halbinsel entwickelte caravela geht auf
Schiffstypen zurück, die bereits seit dem 10. Jahrhundert in der
Fischerei und in der Fluss- und Küstenschifffahrt sowie später auch
in der Hochseeschifffahrt genutzt wurden. Erstmals erwähnt wird sie Mitte
des 13. Jahrhunderts.
Am Ende des 15. Jahrhunderts spaltete sich die Entwicklungslinie der
Karavelle nochmals auf. Auf der einen Seite entwickelte man die
Karavelle mit Lateinersegel, auf der anderen Seite entstand die
Quersegelkaravelle.
Wandteppiche Motive von Sir Edmund Blair Leighton
Edmund Blair Leighton (1853-1922) ist ein weniger dem Namen nach, als durch
seine wunderschönen "Mittelalterbilder" bekannter englischer Jugendstil
Maler.
Er ist neben John William Waterhouse uns Sir Edward Burne Jones der
bedeutendste Maler des romantischen englischen Jugendstils ("Victorian Art").
Er stellte zwischen 1878 und 1920 seine Werke regelmäßig an der Royal
Academy aus.
"Godspeed - Gott sei mit dir" zeigt die Verabschiedung eines Ritters durch eine edle Dame.
"Call To Arms - Ruf zu den Waffen" zeigt ein junges Paar, das eben frisch getraut aus der Kirche
tritt, wo der Bräutigam von einem gerüsteten Ritter zu den Waffen gerufen wird.
"Accolade" bedeutet "Ritterschlag" und zeigt einen der wichtigsten
Augenblicke im Leben eines jeden Ritters.
Nach einem reinigenden Bad betete der Anwärter die ganze Nacht knieend oder
stehend in einer Kapelle.
Am Morgen legte er dann in Anwesenheit edler Damen und gerüsteter Ritter den
sogenannten Ritterschwur ab, ihm wurde die Rüstung angelegt, er wurde mit
dem Schwert gegürtet.
und erhielt anschließend den Ritterschlag mit der flachen Klinge auf beide
Schultern "Im Namen Gottes, des Heiligen Michael und des Heiligen Georg",
der ihn zum Ritter machte.
Für diesen Tag hatte der junge Mann eine vieljährige Ausbildung auf sich
genommen, er hatte eine teure Rüstung und ein gutes Pferd gekauft, beides
hatte im Mittelalter den Wert eines ganzen Dorfes!
Wandteppich "Ischtartor - Stier" Artikel: W7090
Im Original ziert dieser Stier aus glasierten Fliesen neben Drachen,
beides Symbole babylonischer Götter, das Ischtartor. Es schmückte
einst den Haupteingang in die Stadt Babylon und befand sich am Ende
einer mauergesäumten, ebenfalls mit glasierten Ziegeln verzierten
Prozessionsstrasse. Das Ischtartor stammt aus der Zeit von Nebukadnezzar
(604-562 v.Chr.), der Babylon als Hauptstadt wählte. Die Prozessionsstrasse
wurde teilweise rekonstruiert und befindet sich heute im Pergamon Museum in
Berlin. Ein interessanter, aber nicht zu dominanter "Hingucker" !
Wandteppich "Ischtartor - Löwe" Artikel: W7100
Im Original ziert der Löwe die Mauern zu beiden Seiten der Prozessionsstrasse,
die zum Ischtartor führte, dem Haupteingang in die Stadt Babylon. Er ist
1,80 Meter lang und besteht aus 46 Glasurziegeln, die in 11 Reihen angeordnet
waren. Sie stammt aus der Zeit von Nebukadnezzar (604-562 v.Chr.), der Babylon
als Hauptstadt wählte. Die Prozessionsstrasse wurde teilweise rekonstruiert und
befindet sich heute im Pergamon Museum in Berlin. Ein interessanter, aber nicht
zu dominanter "Hingucker" ! Vergleicht man mit dem Original, sieht man die äußerst
feine präzise Webarbeit.
Wandteppich "Lascaux" Artikel: W7040-7080
Das Original wurde vor mehr als 30 000 Jahren an die Wände der Lascaux Höhle in
Frankreich gemalt - die Kunst der Vorzeit.
Die extra grobfädige Struktur des Wandteppichs gibt den rauen Stein sehr gut wieder.
ein zeitlos schönes Stück, das sich in fast alle Wohnstile wunderbar einfügt.
Wandteppich "Ägypten Sakkarah blau" Artikel: W7010-7023
Bei dem Original handelt es sich um Zeichnungen aus dem alten Ägypten
aus der Zeit des sogenannten Alten Reiches (2650-2150 v.Chr.). Sie wurden
im Grab des Pharaos Ptah-hotep in Sakkarah, der Nekropole Memphis,
bedeutendste Stadt des Alten Reiches, gefunden, und zeigen seine
Vorbereitung auf die Unsterblichkeit. Auch in beige-grundig und die
Reihen einzeln erhältlich, siehe Detailfotos.
Wandteppich Teppich von Bayeux "Schiffe nach England" Artikel WBA04/ WBA05
Dies ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt aus dem Teppich von
Bayeux, auch bekannt als der "Teppich der Königin Mathilde". Er wurde im
11. Jahrhundert von Mathilde und ihren Damen gestickt und ist noch heute in
Bayeux zu besichtigen. Das Original ist 70 Meter lang und 50 cm hoch. Der
Teppich zeigt die Eroberung Englands durch den normannischen Herzog Wilhelm
der Eroberer 1066.
Hier zwei sehr originalgetreue Ausschnitte:
Bei W8050 sieht man, wie die Flotte mit den normannischen Kriegern unter
Segeln nach England übersetzt.
Bei W8040 überschreiten Wilhelm und Harold am Mont Saint Michel den
Fluss Couesnon und Mann und Ross durchwaten den beweglichen Sand.
Diese Ausschnitte sind die qualitativ Besten und am
originalgetreusten Bayeux-Wandteppiche, die wir anbieten.
Das alte, handgewebte Leinen des Ursprungsteppichs wird in feinen
Farbschattierungen und sogar durch Verwendung verschieden dicker
Garne nachempfunden, Figuren und Schiffe sind so gewebt, dass sie
wie gestickt wirken. Sogar kleine Stickfehler werden wiedergegeben!
Mit Fotos kann man die unglaublich detailgetreue Umsetzung des
Originals nur sehr begrenzt wiedergeben.
Wandteppich "Teppich von Baldishol" Best.Nr. W8060
Bei diesem Wandteppich handelt es sich um die Replik eines einzigartigen
nordischen Gobelins, der sehr an den berühmten Teppich von Bayeux erinnert,
im Gegensatz zu diesem aber gewebt ist.
Der Baldishol Teppich entstand vermutlich um 1180 und stammt aus der
Baldishol Kirche in Hedmark, Norwegen. Er zeigt die zwei Monate April und Mai und ist einziges erhaltenes
Fragment eines größeren Frieses, das wahrscheinlich alle 12 Monate zeigte.
Das Original befindet sich heute im Osloer Museum für angewandte Kunst und ist
203 x 118 cm groß. Der Wandteppich wurde aus der Wolle norwegischer Schafe
gefertigt.
Der Monat April zeigt einen in der Mode normannischer Adliger gewandeten
jungen Mann neben einem Baum. Die Pflanze in seiner Hand symbolisiert den
April als Monat der Aussaat.
Der Monat Mai wird durch einen gepanzerten, bewaffneten Reiter symbolisiert,
unter dem Pferd ist ein Wappen mit einem Drachen zu sehen.
Die obere Kante des Gobelins wird durch Mäander, die untere Kante durch
stilisierte Akanthusranken, abwechselnd mit Lotusblüten, gebildet.
Wandteppiche Sandro Botticelli "Frühling" und "Venus"
"Der Frühling" Primavera, im Original ein Gemälde des bedeutenden italienischen Frührenaissance- Malers Sandro Botticelli (1445-1510).
Es entstand aus Anlaß einer Hochzeit. Der Wandteppich zeigt nur einen Ausschnitt - die sogenannten 3 Grazien und Eros/ Cupido. Die mittlere Grazie symbolisiert die menschliche Liebe. Auf dem Original befinden sich noch Merkur (der die göttliche Liebe darstellt), Zephyr und Chloris (sie verkörpern die leidenschaftliche Liebe), Venus als Hauptfigur und Flora.
Allein auf der Wiese sind 190 Grünpflanzen dargestellt, die alle wirklich existieren.
Das Original hat eine Größe von ca. 314cm x 203cm und befindet sich in den Uffizien in Florenz.
Kaum zu glauben, dass dieses Werk bereits 1478 entstand!
Da die Ware zudem nicht so fest und materialreich wie die anderen Gobelins ist, können wir sie zu diesem außergewöhnlich günstigen Preis anbieten.
"Die Geburt der Venus" (La nascita di Venere) ist im Original ein Gemälde von dem italienischen Künstler Sandro Botticelli, entstanden ca. 1485/86.
Venus (griechisch Aphrodite, die "Meerschaumgeborene") wurde in der griechischen Mythologie aus einer Muschel geboren, die ihrerseits nach antiker Meinung aus dem Meerschaum entstand. Diese Darstellung ist eines der bekanntesten Werke der europäischen Malerei und zugleich die erste bekannte Verherrlichung der Schönheit des unbekleideten Frauenkörpers seit der Antike.
Niemand, der dieses Bild das erste Mal sieht, würde vermuten, dass es bereits im 15. Jahrhundert entstanden und somit ein Werk der italienischen Frührenaissance ist, oder?
Das Original hat eine Größe von ca. 173cm x 279cm und befindet sich heute in den Uffizien in Florenz.
Da die Ware zudem nicht so fest und materialreich wie die anderen Gobelins ist, können wir sie zu diesem außergewöhnlich günstigen Preis anbieten.
Wandteppich "La Promenade" groß und klein W9030-9040
Das Original gehört zu einer Serie von 6 Wandteppichen, die auch unter dem Namen "Tausend Blüten" bekannt sind.
Sie wurden um 1500 (die Zeit Louis XII. 1462-1515) von Pieter van Aelst, einem
flämischen Webermeister, in Brüssel gewebt und zeigen das Leben einer adligen Dame ihrer Zeit.
Heute befinden sie sich im Cluny Museum in Paris.
Das Leben sollte nach der Idealvorstellung die 7 Bereiche: Baden, Konzert, Lesen,
Verabschiedung der Jäger, Spazierengehen, Sticken und die Pflege der gebildeten
Sprache umfassen.
Einer zeigt eine adlige Dame beim Baden, umgeben von Dienerinnen und Pagen. Frisur und Kleidung unterscheiden
sich von "La Promenade", wie überhaupt alle 6 Teppiche anscheinend
keine Verbindung untereinander haben. Das Original "Dame im Bad" hat eine Größe von 285 x 285 cm.
Im Original aus Wolle gewebt, zeigen die Gobelins den charakteristischen
Brabanter "Mille Fleurs" Hintergrund. Haartracht und Kleider zeigen
die typische Mode der "Low Countries" des ausgehenden 15.Jh. mit ihren
eckigen Falten. Zu sehen sind hier adlige Männer und Frauen.
Verschiedene Mille Fleurs Varianten sind als Polsterstoffe erhältlich!
Wandteppich "Romantischer Ausflug" W9190
Ein weiterer qualitativ sehr hochwertiger Mille Fleurs Wandteppich. Durch den hohen Wollanteil
und die sehr materialreiche Verarbeitung kann man von einer Replik sprechen, die dem Original soweit
gleicht, wie mit maschineller Weberei eine Handwebtechnik herstellbar ist. Das Original entstand Ende des 15. Jahrhunderts und befindet sich heute im Cluny Museum Paris.
Zu sehen sind zwei adlige Paare und ein Page, gekleidet im Stil der italienischen Frührenaissance vor einem üppigen Millefleurs Hintergrund.
Detail des vorherigen Wandteppichs ebenfalls in höchster Qualität.
Die Dame bekommt Konfekt von einem Pagen gereicht. Interessant bei dem dahinter sitzenden Edelmann
ist die genaue Darstellung des Quasten-verzierten Almosenbeutels und des Nierendolches.
Wandteppich Alan Lee "Die Lady" Artikel W9100
aus der Artus - Legende nach einer Originalillustration von Alan Lee
(der zum Bsp. für die "Herr der Ringe" Trilogie Entwürfe wie Bruchtal
gefertigt hat). Eine leuchtende Vision erschien dem jungen Owein - die
schönste, weiseste, adligste und freigiebigste Frau der Welt. Aber, als
Owein dann ihren Mann, den schwarzen Ritter, erschlagen hatte, sorgte er
sich um ihre Gunst. Luned, die treue Dienstmagd der Lady, half Owein
jedoch, um sie zu werben, indem sie ihre Lady daran erinnerte, dass das
Reich einen starken Beschützer verlange. Die beiden sind hinten links zu
sehen.
Wandteppich "Brüssel" Artikel W9090
Es handelt sich hier um eine der Maximilian - Jagden, diese zeigt
den Monat März und hat im Original eine Größe von 750 cm x 440 cm.
Die Serie von 12 Wandbehängen, angefertigt für Erzherzog Maximilian
( später Kaiser Maximilian II.), wurde nach Entwürfen von Pieter
Coecke von Aalst und Franz Borremans in Brüssel gewebt und befindet
sich heute im Louvre in Paris.
Der Wandteppich zeigt Details von Brüssel und dem Zonien Wald. Rechts
ist die Saint Goedele Kirche, die heutige Saint Michaels Kathedrale,
zu sehen.
auch als Ausschnitt erhältlich
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